Holstein Kiel: Bleibt das Erfolgsteam zusammen?

Die meisten Leistungsträger sind längerfristig gebunden

Ralf Becker

Hat bei 16 auslaufenden Verträgen einiges zu tun: Sportchef Ralf Becker © Imago

Mit den Spielen beim 1. FC Nürnberg sowie zu Hause gegen den FC Ingolstadt und gegen Fortuna Düsseldorf hat Holstein Kiel drei dicke Brocken vor der Brust. In diesen Partien wird sich zeigen, ob der Überraschungsaufsteiger tatsächlich das Zeug dazu hat, um die ersten drei Plätze mitzuspielen.

Im Moment spricht allerdings wenig für einen Einbruch der sehr konstant auf hohem Niveau spielenden Störche, die nicht von ungefähr stattliche 29 Punkte aus den ersten 13 Partien eingefahren haben.

Dass die bisherigen Leistungen der Mannschaft von Trainer Markus Anfang zwangsläufig dazu führen, dass andere Klubs genauer hinschauen, ist ein Nebeneffekt, auf den man an der Kieler Förde eigentlich gerne verzichten würde. Akut Sorgen muss man sich aber nicht machen, dass das Erfolgsteam auseinanderbricht, hat Sportchef Ralf Becker doch dafür gesorgt, dass der Großteil der Leistungsträger über diese Saison hinaus gebunden ist.

Ducksch wohl kaum zu halten – Kronholm-Verlängerung Formsache

Eine gewichtige Ausnahme stellt natürlich der vom FC St. Pauli nur ausgeliehene Torjäger Marvin Ducksch dar, den zu halten äußerst schwierig werden dürfte. Nicht zuletzt deshalb, weil sicher auch schon Bundesligisten die Entwicklung des 23-Jährigen verfolgen.

Ansonsten stehen aus dem Kreis der Stammelf nur die beiden Linksverteidiger Johannes van den Bergh und Christopher Lenz, der beidseitig einsetzbare Außenverteidiger Sebastian Heidinger, der aktuell verletzte Manuel Janzer und Aaron Seydel lediglich bis zum Ende der Saison unter Vertrag.

In allen fünf Fällen ist offen, wie es im Sommer weitergeht, wobei Kiel bei den Leihgaben Lenz (1. FC Union Berlin) und Seydel (1. FSV Mainz 05) auch abwarten muss, wie deren Stammvereine planen. Grundsätzlich dürften die Störche aber schon großes Interesse daran haben, das Quintett zu halten.

Ein auslaufendes Arbeitspapier besitzt überdies Keeper Kenneth Kronholm, dessen Vertrag sich aber nach einer bestimmten Anzahl an Einsätzen automatisch verlängert, was nach jetzigem Stand Formsache sein dürfte.

Mehrfach stehen die Zeichen auf Trennung

Die Torhüter Lukas Kruse und Bernd Schipmann, Innenverteidiger Niklas Hoheneder, Urgestein Tim Siedschlag, der vom VfL Wolfsburg ausgeliehene Amara Condé, die in ihrer Entwicklung etwas stagnierenden und nicht mehr ganz jungen Talente Luca Dürholtz und Joel Gerezgiher sowie der bisher enttäuschende Sommer-Neuzugang Tom Weilandt und Angreifer Ilir Azemi sind weitere nur bis 30. Juni gebundene Profis.

Nach aktuellem Stand dürften die Zeichen abgesehen von den beiden Torhütern eher auf Trennung stehen. Beim aus der eigenen Jugend stammenden Siedschlag, der in dieser Saison nur zu einem Kurzeinsatz kam, scheint eine andere Rolle im Verein, möglicherweise als Führungsspieler der zweiten Mannschaft, denkbar.

Vorstellbar ist eine Führungsspieler-Rolle aber auch bei einem anderen Nord-Klub. Vergangene Saison soll Siedschlag laut unseren Informationen ein Angebot der Hamburger U23 gehabt haben. Ob das Interesse des HSV erneut aufflammt, ist aktuell aber nicht bekannt.

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