1. FC Nürnberg: Die alte Garde hat die Nase vorn

Gegen Sandhausen kein Neuzugang in der Startelf

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Donnerstag, 01.10.20 | 10:14
Fabian Schleusener

Trotz neuer Konkurrenz zweimal in der Startelf: Relegations-Held Fabian Schleusener. © imago images / Zink

Mit vier Punkten aus den ersten beiden Spielen bei Jahn Regensburg (1:1) und gegen den SV Sandhausen (1:0) kann der 1. FC Nürnberg auf einen zufriedenstellenden Saisonstart zurückblicken, der freilich durch das frühe, allerdings nach der Auslosung auch erwartbare Aus im DFB-Pokal gegen RB Leipzig (0:3) etwas getrübt wird.

Für Zuversicht sorgt derweil der ansprechende Auftritt gegen Sandhausen. Bei besserer Chancenverwertung wäre angesichts einer mit 27:7-Torschüssen klar überlegen geführten Begegnung auch ein deutlicherer Sieg drin gewesen. Während es im Abschluss noch Steigerungspotential gibt, stimmt die unverkennbare spielerische Entwicklung, die sich teilweise schon in der Vorbereitung abzeichnete, unter dem neuen Trainer Robert Klauß positiv.

Bemerkenswert dabei ist, dass Klauß bislang vorwiegend auf das Personal setzt, das in der vergangenen Saison um ein Haar in der 3. Liga gelandet wäre. Standen im Pokal mit Sarpreet Singh, Tom Krauß und Pascal Köpke noch drei Neue in der ersten Elf und in Regensburg mit Singh und Krauß zumindest noch ein Duo, bestand die Anfangsformation gegen Sandhausen ausschließlich aus der aus der vergangenen Saison bekannten, alten Garde.

Konkurrenzkampf auf hohem Niveau

Daraus lässt sich zum einen die indes nicht ganz neue Erkenntnis schlussfolgern, dass der Kader schon vergangene Saison stärker besetzt war als es der Tabellenplatz vermuten ließ. Zum anderen aber auch, dass die Neuzugänge noch Zeit brauchen, was auch nicht gänzlich überraschend kommt.

Der potentielle neue Torjäger Manuel Schäffler etwa hätte mutmaßlich einen Platz in der Startelf gefunden, war bislang aufgrund einer Kniereizung aber noch nicht einsatzbereit. Köpke, der gegen Sandhausen nur eingewechselt wurde, muss unterdessen nach zwei Jahren bei Hertha BSC mit kaum Spielpraxis erst wieder in den Rhythmus finden.

Beim 19-jährigen Krauß, der vergangene Saison bei RB Leipzig noch in der U19 spielte, und beim auch nur zwei Jahre älteren Singh, immerhin Drittliga-Meister mit dem FC Bayern München II, benötigt die Anpassung an die in der 2. Bundesliga insbesondere physisch höheren Anforderungen auch noch etwas länger. Für Torwarttalent Christian Früchtl ist derweil nach dem erst einmal verlorenen Zweikampf mit Routinier Christian Mathenia Geduld gefragt. Ebenso für den erst vor zwei Wochen vom 1. FC Schweinfurt 05 gekommenen Pius Krätschmer, der als Perspektivspieler eingestuft wird.

Nicht unwahrscheinlich aber, dass die Neuzugänge im Laufe der Saison, vielleicht auch schon in den nächsten Wochen in wichtigere Rollen schlüpfen. Trainer Klauß dürfte jedenfalls kaum etwas dagegen haben, dass der Konkurrenzkampf im Kader auf hohem Niveau abläuft, wozu auch aktuell nur im zweiten Glied befindliche Akteure wie Hanno Behrens, Oliver Sorg oder Georg Margreitter beitragen.