Aus der Patsche: Die Monster im Sturm

Terodde, Cordoba & Modeste - was ich darüber denke

Autor: Nico Patschinski Veröffentlicht: Donnerstag, 21.02.2019 | 17:59
Nico Patschinski im Duell mit Carsten Cullmann

Nico Patschinski (vorne) stand in seiner Karriere sechsmal gegen Köln (hier Carsten Cullmann) auf dem Platz. ©Imago/HochZwei

Hallo Fußballfreunde,

was hat der 1. FC Köln da für einen lecker Sturm am Start. Terodde und Cordoba treffen mehr, als Ole Einar Björndalen zu seinen besten Zeiten am Biathlon-Stand. Und dann haben sie jetzt noch den Modeste in der Hinterhand. Aber ich muss zugeben: eigentlich war ich nicht so der Modeste-Fan.

Als ich gehört habe, dass er zum Effzeh geht, habe ich als erstes gedacht: komplett unnötig. Ohne dass ich Modeste hier Qualität oder Sympathie absprechen will. Aber durch die ganze Aktion kam schon Unruhe in den Verein, die seine Qualität vielleicht nicht aufwiegt.

„ Für mich der Lewandowski der zweiten Liga. ”
über Simon Terodde

Ich hab‘ mich auch in Terodde und Cordoba reinversetzt und mich gefragt, was die jetzt denken. Wenn ich mal so auf meine Karriere zurückblicke: Wenn da so ein Gerät kommt, da sitzt du schon erstmal zuhause und denkst dir: ‚Was soll das denn jetzt?‘ Mit dem Unterschied, dass mir damals keiner vorgesetzt wurde, sondern dass ich immer gefragt worden bin, wer als Ergänzung kommt. Aber Spaß beiseite.

Wer so viele Tore macht wie der Terodde in der Hinrunde, kann ganz bequem zuhause sitzen, Erdnussflips futtern und zuschauen, wen die noch alles verpflichten. Um seinen Platz muss er sich jedenfalls keine Gedanken machen – er ist für mich der Lewandowski der zweiten Liga.

Was mich immer aufregt: Wenn der mal nicht trifft, steht überall gleich, ‚Terodde in der Krise‘ – also wenn ich so was lese, kommen mir die Frühstückseier wieder hoch. Du hast mit Terodde und Cordoba zwei Monster vorne drin. Die, die die Kohlen aus dem Feuer geholt haben, die musst du weiter pflegen. Ich würde einen Teufel tun und Terodde auf die Bank setzen. Der macht nochmal zehn Tore.

Was jetzt allerdings trotz der Unruhe, die der Transfer von Modeste mit sich brachte, geil ist: Du kannst noch ein Monster von der Bank bringen. Denn Modeste selbst verhält sich ja nach allem was man sieht, mehr als fair, stellt keine Ansprüche und fügt sich nahtlos ein – cool.

„ Habe heimlich ein paar Tränchen verdrückt. ”
über Druck

Ich würde das jedenfalls immer so machen: Terodde und Cordoba von Anfang an, den Modeste eine halbe Stunde vor Spielende rein. Modeste gibt quasi den Rest – sorry, der musste sein. Wenn der Trainer das alles gut managed, ist das der Schlüssel zum Aufstieg. Denn Köln steht ja so weit oben, weil sie eben die Stürmer haben, die verlässlich ihre Buden machen.

Gegen Paderborn hat das ja schon gut funktioniert, auch wenn am Ende wieder eine Pleite stand. Mich hat es für Modeste jedenfalls gefreut. Man hat ja an der Reaktion nach dem Tor gesehen, was da für ein Druck auf dem Jungen herrscht – das wird oft einfach unterschätzt.

In meiner Karriere ging es mir einmal auch so: Als ich mit Trier damals in Saarbrücken abgestiegen bin. Da habe ich heimlich in der Kabine ein paar Tränchen verdrückt. Fußballspieler sind halt oft Monster auf dem Platz, daneben aber auch nur Menschen.

Bis demnächst,

Euer Patsche

Hier findet Ihr alle bisherigen Kolumnen!