Hannover 96: Bittere Pleite kostet vorerst den Anschluss

Nicht gegebener Elfmeter als Knackpunkt

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Sonntag, 17.01.21 | 07:13
Kenan Kocak

Nach der Pleite gegen St. Pauli mächtig verärgert: Kenan Kocak. © imago images / Sven Simon

Aus Sicht von Hannover 96 hätte der gestrige Samstag kaum schlechter verlaufen können. Während mit Fortuna Düsseldorf (3:0 bei Erzgebirge Aue) und dem VfL Bochum (3:1 gegen den 1. FC Nürnberg) zwei Teams aus der Spitzengruppe ihre Spiele gewannen, verloren die Niedersachsen ihre Partie gegen den FC St. Pauli praktisch in letzter Sekunde und damit vorerst auch den Anschluss an die Aufstiegsränge.

Sieben Punkte beträgt der Rückstand von 96 auf Platz drei nun und könnte bis zum Ende des Spieltages am Montagabend noch weiter anwachsen. Dabei wäre gegen St. Pauli, das zuvor 13 Mal in Folge nicht gewonnen hatte, weitaus mehr drin gewesen. Der schlechte Start ins Spiel mit einem 0:2-Rückstand bereits nach zehn Minuten war natürlich ein wesentlicher Faktor dafür, dass es nicht zu Zählbarem reichte.

DFB bestätigt die Schiedsrichter-Entscheidung

Allerdings konnte Hannover dank eines Doppelschlages von Genki Haraguchi bis zur 55. Minute ausgleichen und war danach dem Sieg sicherlich näher als die Gäste aus Hamburg. Die Belohnung für das „Riesenspiel“, das Trainer Kenan Kocak seinen Schützlingen nach der Pause attestierte, blieb allerdings aus. Auch, weil Schiedsrichter Sören Storks in der 85. Minute nach einem Zweikampf zwischen Hendrik Weydandt und Gästekeeper Dejan Stojanovic nicht auf den Elfmeterpunkt zeigte.

„ Solche Fehlentscheidungen dürfen nicht passieren. ”
Kenan Kocak

Zum Unverständnis von 96-Coach Kocak, der auf der vereinseigenen Webseite klare Worte fand: „Über die Entscheidung brauchen wir gar nicht reden. Wenn es kein Elfmeter war, verstehe ich die Welt nicht mehr. Solche Fehlentscheidungen dürfen nicht passieren.“ Mit dieser Meinung stand Kocak bei weitem nicht alleine da. Der DFB allerdings meldete sich via Twitter über seinen Schiedsrichter-Account zu Wort und bestätigte die Entscheidung von Storks unter Verweis darauf, dass Stojanovic leicht den Ball gespielt habe.

Dass Jaja Bijol kurze Zeit später eine harte, aber vertretbare gelb-rote Karte sah, machte den Hannoveraner Schiedsrichter-Ärger komplett, zumal St. Pauli in der zweiten Minute der Nachspielzeit noch den 2:3-Siegtreffer markierte und 96 so die zweite Heimniederlage der Saison bescherte.

Nach dem guten Start ins neue Jahr mit Siegen gegen den SV Sandhausen (4:0) und bei Darmstadt 98 (2:1) ist es Hannover nun abermals nicht gelungen, eine längere Positivserie hinzulegen, die aber für eine Aufholjagd unerlässlich ist. Beim 1. FC Nürnberg und beim Karlsruher SC geht es überdies zwei Mal auswärts weiter, wo 96 angesichts von nur sieben Punkten aus acht Spielen noch reichlich Luft nach oben hat.