Jahn Regensburg: Eine neue Achse muss her

Mit Correia, Geipl und Grüttner fällt viel Erfahrung weg

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Donnerstag, 06.08.20 | 09:27
Mersad Selimbegovic

Jahn-Trainer Mersad Selimbegovic benötigt neue Führungsspieler. © imago images / Pressefoto Baumann

Offiziell kommuniziert hat Jahn Regensburg den Abgang von Marcel Correia, dessen Vertrag am 30. Juni ausgelaufen ist, noch nicht. Nachdem der 31-jährige Innenverteidiger, der noch ohne neuen Verein ist, anders als seine bisherigen Kollegen am Sonntag das Training nicht wiederaufgenommen hat und auch seitdem nicht auf dem Jahn-Gelände zu sehen war, lässt aber nur den Schluss zu, dass sich die Wege nach zwei Jahren trennen.

Der wohl feststehende Abgang von Correia, der 2018 vom 1. FC Kaiserslautern gekommen und schnell zum Abwehrchef avanciert ist, bedeutet für Regensburg fraglos eine Schwächung und insbesondere einen weiteren Verlust an Erfahrung. Mit Correia im Abwehrzentrum, dem zum 1. FC Heidenheim gewechselten Mittelfeldarbeiter Andreas Geipl und Torjäger Marco Grüttner bricht den Oberpfälzern nun eine gesamte Achse weg, die nicht ohne Weiteres zu ersetzen sein dürfte.

Bislang nur unerfahrene Neuzugänge

Im Gegenzug kamen mit Jan Elvedi (SC Kriens), Jan-Niklas Beste (Werder Bremen), André Becker (FCA Walldorf) und Kaan Caliskaner (1. FC Köln) ausschließlich junge Spieler, aus deren Kreis sich zwar möglicherweise, aber nicht zwingend neue Führungskräfte herauskristallisieren werden.

Und weil nur bedingt davon auszugehen ist, dass der Jahn noch mehrere gestandene Profis hinzuholt, sind in Sachen Führungsaufgaben vor allem Spieler gefragt, die schon länger beim Jahn sind und teilweise in ihr viertes Zweitliga-Jahr in Folge gehen. Die erfahrenen Eigengewächse Sebastian Nachreiner und Oliver Hein dürfen sich ebenso angesprochen fühlen wie der letztjährige Top-Scorer Sebastian Stolze sowie Benedikt Gimber und Max Besuschkow, die schon kraft ihrer Position im zentralen Mittelfeld ebenso Verantwortung übernehmen müssen wie Keeper Alexander Meyer.

Im Angriff könnte Andreas Albers, der gerade vorzeitig bis 2022 verlängert und Grüttner schon nach dem Re-Start den Rang als Stürmer Nummer eins abgelaufen hat, zum neuen Fixpunkt werden. Der Däne benötigt aber noch mehr Konstanz in seinem Spiel, was gleichermaßen abgesehen von Stolze für alle Offensivkräfte gilt. Erik Wekesser etwa hat sein Potential auch immer wieder gezeigt und wäre mit stabileren Auftritten ein weiterer Kandidat für eine tragende Rolle im vorderen Bereich.