Jahn Regensburg: Grüttner stolz auf Mannschaftsleistung

Stürmer sieht trotz Niederlage Fortschritte

Autor: Oliver Jensen Veröffentlicht: Samstag, 07.03.2020 | 17:18
Marco Grüttner jubelt beim SSV Jahn Regensburg

Marco Grüttner erzielte gegen den HSV sein erstes Tor im Jahr 2020. ©Imago images/Sascha Janne

Ordentlich gespielt, trotzdem wieder verloren. Der SSV Jahn Regensburg unterlag am Samstag beim Hamburger SV unglücklich mit 1:2. Die Süddeutschen geraten langsam in eine Ergebniskrise. Die letzten drei Spiele wurden allesamt verloren. Insgesamt endeten fünf der letzten sechs Spiele mit einer Niederlage. Nach dem Spiel in Hamburg sprach Kapitän Marco Grüttner mit Liga-Zwei.de über das Spiel gegen den HSV und die Situation von Jahn Regensburg.

Herr Grüttner, war das eine unnötige Niederlage?
Marco Grüttner: „Was heißt unnötig? Wir waren gut drin im Spiel und haben es geschafft, Hamburg in deren eigene Hälfte zu drängen. Ich glaube, der HSV war froh, als der Schiedsrichter das Spiel abgepfiffen hat. Nun stehen wir mit null Punkten da. Die Leistungssteigerung macht natürlich Mut.

Wir haben über 90 Minuten gezeigt, dass wir auch so einer Mannschaft Paroli bieten können. Darauf müssen wir aufbauen. Ich denke, wir hätten einen Punkt verdient gehabt. Davon können wir uns aber nichts kaufen. Aber wir werden nicht den Kopf in den Sand stecken. Wir werden beharrlich weiterarbeiten und die nötigen Punkte holen.“

Sie haben den Hamburger SV vor Probleme gestellt, indem Sie sehr hoch verteidigt und die Räume eng gemacht haben. Die Taktik ging also auf, oder?
Grüttner: „Ja, definitiv. Wir haben vorne angegriffen, haben uns aber auch mal fallen gelassen, haben es eng gemacht, haben die Bälle erzwungen. Leider haben wir es aber nicht geschafft, den finalen Ball zu spielen. Das zieht sich nun bereits durch die gesamte Saison. Aber daran müssen wir weiter arbeiten. Dann werden wir auch wieder erfolgreich sein. Die Leistung macht Mut, dass wir die fehlenden Punkte noch holen werden.“

„ Wir sind als Mannschaft und Verein gefestigt. ”
über den möglichen Abstiegskampf

Befürchten Sie dennoch, dass der SSV Jahn Regensburg in dieser Saison noch in den Abstiegskampf geraten könnte?
Grüttner: „Wir sind als Mannschaft und Verein gefestigt. Uns wird nicht angst und bange. Wir wissen, dass 32 Punkte nicht reichen und dass wir noch ein paar Punkte holen müssen. Das werden wir auch tun.“ 

Ihr zwischenzeitlicher Ausgleich zum 1:1 war Ihr erstes Tor im Jahre 2020. Fällt Ihnen als Stürmer ein Stein vom Herzen?
Grüttner: „Ach, da bin ich ganz entspannt. Ich freue mich, dass ich der Mannschaft helfen konnte. Das war ein sehr guter Zeitpunkt dafür. Aber mir ist es letztendlich egal, ob ich nun acht oder neun Tore schieße oder bei sechs Toren stehenbleibe. Das ist wirklich so. Leider hat mein Tor nichts gebracht. Es wäre mir lieber gewesen, ich schieße kein Tor und wir verlieren nicht oder gewinnen sogar.“

„ Der HSV hätte sich nicht beschweren können. ”
über strittige Szenen im Spiel

Sie haben sich zwei Mal beim Schiedsrichter beschwert…
Grüttner: „Ja, es gab zwei Situationen, bei denen ein Kontakt da war. Beim zweiten Mal hätte ich den Ball besser aufs Tor bringen können, wäre der Torwart mir nicht von hinten in die Füße gehackt. Ich weiß nicht, ob das überprüft wurde oder nicht. Aber ich glaube, der HSV hätte sich nicht beschweren können, wenn gepfiffen worden wäre. Aber dafür können wir uns jetzt auch nichts mehr kaufen. Wir können trotzdem  stolz auf unsere Leistung sein.“

Ein Tor Ihrer Mannschaft zum vermeintlichen 2:1 wurde wegen eines Foulspiels abgepfiffen. Sie waren an der Aktion beteiligt und gaben die Vorlage. Der Schiedsrichter entschied dann allerdings auf ein Offensivfoul von Andreas Albers. Wie haben Sie diese Situation gesehen?
Grüttner: „Ich stand außen und somit ziemlich weit weg. Ich fand es kurios, dass er so früh abgepfiffen hat. So bestand gar nicht die Chance, das noch einmal zu überprüfen. Ob es ein Foul war? Ich glaube jedenfalls nicht, dass das im Mittelfeld abgepfiffen worden wäre.“

Herr Grüttner, vielen Dank für das Interview!