Würzburger Kickers: Aufsteiger bezahlt Lehrgeld

Eine ansprechende erste Halbzeit reicht nicht

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Sonntag, 20.09.20 | 08:03
Michael Schiele

Hat noch viel Arbeit vor sich: Kickers-Trainer Michael Schiele. © imago images / foto2press

Den Start in die neue Saison haben sich die Würzburger Kickers sicherlich anders vorgestellt. Nach dem Aus im DFB-Pokal gegen Hannover 96 (2:3), bei dem das letztlich knappe Ergebnis noch das Beste war, verlor der Aufsteiger auch beim Zweitliga-Auftakt gegen Erzgebirge Aue mit 0:3.

Dabei fanden die Kickers durchaus ordentlich in die Partie und waren der Führung näher als die Gäste aus dem Erzgebirge. Allerdings nutzten Luca Pfeiffer und Dominic Baumann die beiden besten Chancen nicht, sodass es torlos in die Pause ging. Nach dem Seitenwechsel kam Würzburg dann mit deutlich forscheren Gästen, die mit Pascal Testroet für Jan Hochscheidt zudem einen anderen Stürmertyp brachten, nicht mehr zurecht und geriet rasch auf die Verliererstraße.

Schiele beklagt naives Defensivverhalten

Trainer Michael Schiele haderte im Anschluss an die Begegnung auf der Pressekonferenz damit, dass seine Schützlinge nicht an die erste Hälfte anknüpfen konnten. „Wir haben einen Schritt weniger gemacht, sind nicht mehr so angelaufen wie in der ersten Halbzeit und nicht mehr so kompakt gestanden“, so der 42 Jahre alte Fußball-Lehrer, der Aues Führungstreffer als „gut herausgespielt“ lobte, zugleich aber seiner Defensive bei den Gegentreffern zwei und drei naives Verteidigen attestierte.

Exemplarisch dafür, dass Würzburg im ersten Zweitliga-Spiel nach über drei Jahren eine Menge Lehrgeld zahlen musste, war das 0:2. Zunächst hatte Daniel Hägele im Laufduell mit Florian Krüger, das an der Außenlinie und noch beginnend in der gegnerischen Hälfte allerdings nicht zwingend ein Innenverteidiger führen muss, nicht den Hauch einer Chance und auch keine Unterstützung. Für den von Krüger angespielten Testroet war es dann ein Leichtes, denn per Fluggrätsche attackierenden Leroy Kwadwo ins Leere laufen zu lassen und einzuschieben.

Für die Kickers geht es nun darum, die ersten beiden Pleiten abzuschütteln und zu verhindern, dass sich der Fehlstart ausweitet. Just dieses Szenario aber droht angesichts der schwierigen Aufgabe am nächsten Wochenende bei Fortuna Düsseldorf. Wichtig wäre es sicherlich schon dann, dass die Mannschaft den Worten von Trainer Schiele Taten folgen lässt: „Wir müssen schnell lernen und über 90 Minuten wach sein.“