Würzburger Kickers: Fehlende Konsequenz verhindert den Big-Point

Leroy Kwadwo wohl vor dem Absprung

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Samstag, 16.01.21 | 07:18
Bernhard Trares

Haderte mit der fehlenden Effizienz seiner Schützlinge: Bernhard Trares. © imago images / Zink

An den letzten drei Spieltagen haben die Würzburger Kickers ihre vorherige Ausbeute von nur vier Punkten aus den ersten 13 Partien mehr als verdoppelt. Zufriedenheit herrschte beim Aufsteiger am Freitagabend nach dem 0:0 gegen Eintracht Braunschweig indes nicht vor. Denn wie schon im Nachholspiel neun Tage zuvor gegen den FC St. Pauli (1:1) gelang es den Kickers trotz Überzahl nicht, die Begegnung gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf für sich zu entscheiden.

Kassierten die Kickers gegen St. Pauli in mehr als einer Halbzeit im Elf-gegen-Zehn noch den Ausgleich, schaffte es die Mannschaft von Trainer Bernhard Trares nun gegen Braunschweig selbst gegen nur noch neun Akteure nicht, den ersehnten Siegtreffer zu markieren. Nach Gelb-Rot für Dominik Wydra in der 51. und Rot für Manuel Schwenk in der 66. Minute hatte Würzburg fast eine halbe Stunde zwei Mann mehr auf dem Platz, agierte aber gerade in doppelter Überzahl bemerkenswerterweise uninspirierter und mit weniger Zug zum Tor.

„ Mit so vielen Chancen und Tormöglichkeiten müssen wir das Tor einfach machen. ”
Bernhard Trares

Zwar war etwa bei den Pfostentreffern von Dominic Baumann und Rolf Feltscher auch eine Portion Pech dabei, doch letztlich hätte angesichts der personellen Konstellation der Sieg dennoch gelingen müssen. „Ich habe zehn gute Möglichkeiten für uns gezählt, auch wenn der Platz gegen Spielende schlechter wurde und der Ball verspringt. Die Mannschaft hat es gut gemacht, aber den Vorwurf müssen wir uns gefallen lassen. Mit so vielen Chancen und Tormöglichkeiten müssen wir das Tor einfach machen“, haderte Trainer Trares auf der Pressekonferenz denn auch mit dem verpassten Dreier.

Zwei Auswärtsspiele in Folge

Nichtsdestotrotz schöpft Trares auch ein Stück weit Mut und Zuversicht aus der Begegnung: „Wir sind enttäuscht, aber die Mannschaft lebt, sie redet miteinander, sie versucht den Matchplan umzusetzen. Das haben wir über weitere Strecken gut gemacht“, so der Coach, der beim SC Paderborn und bei Erzgebirge Aue nun zwei Mal in Folge auswärts antreten muss und dort wie beim 3:2-Erfolg vergangene Woche in Osnabrück angesichts von weiterhin fünf Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz nicht leer ausgehen sollte.

Wohl nicht mehr dabei sein wird bei diesen Auswärtsreisen Leroy Kwadwo. Der 24 Jahre alte Linksverteidiger, in der vergangenen Aufstiegssaison gerade in der Endphase eine wichtige Stütze, steht nach Informationen der Bild vor einem Wechsel zu Dynamo Dresden. Kwadwo, der zuletzt vier Mal in Folge im Kader fehlte, ist sich mit dem Drittliga-Spitzenreiter demnach schon einig. Es fehlt wohl nur noch die Freigabe der Kickers aus seinem bis Saisonende laufenden Vertrag, die indes schon am Wochenende erteilt werden könnte.