Würzburger Kickers: Mit noch mehr Erfahrung zum Erfolg?

Douglas könnte in die Startelf rücken

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Freitag, 25.09.20 | 09:46
Douglas gegen Suliman Marlon Mustapha

Bringt Douglas (hier im Testspiel gegen den FSV Mainz 05) Stabilität in die Kickers-Abwehr? ©Imago images/Jan Hübner

Im DFB-Pokal gegen Hannover 96 (2:3) und zum Zweitliga-Auftakt gegen Erzgebirge Aue (0:3) haben die Würzburger Kickers direkt schonungslos die Schwere der Aufgabe Klassenerhalt vor Augen geführt bekommen. Während der Aufsteiger offensiv seine nicht allzu zahlreichen Chancen nicht nutzen konnte, wurden in der Rückwärtsbewegung von abgezockteren Gegnern Schwachstellen aufgedeckt und ausgenutzt.

Auf die noch im Sommer auffällige Unerfahrenheit im Kader konnten die Defensivprobleme indes nur bedingt zurückgeführt werden. Mit Fabian Giefer und Arne Feick begannen zwei routinierte Neuzugänge im Tor und auf der linken Abwehrseite. Und im defensiven Mittelfeld lief mit dem in verschiedenen internationalen Ligen erprobten Nzuzi Toko ein weiterer Neuer auf, der im Laufe seiner Karriere schon einiges erlebt hat.

Nichtsdestotrotz bestanden drei Viertel der Viererkette aus Akteuren, die mit der 2. Bundesliga Neuland betraten. Rechtsverteidiger Frank Ronstadt war ebenso erstmals im Unterhaus im Einsatz wie die beiden Innenverteidiger Daniel Hägele und Leroy Kwadwo, die mit 31 und 24 Jahren freilich auch nicht mehr ganz jung sind.

Wehen Wiesbaden als Warnung

Hägele, dessen Schnelligkeitsdefizite gerade im Laufduell mit Aues Florian Krüger schonungslos aufgedeckt wurden, und Kwadwo, der vor dem zweiten Gegentreffer von Testroet ausgetanzt wurde, muss die Umstellung auf das höhere Niveau aber schnell gelingen, wollen die Kickers der Musik nicht ähnlich hinterherlaufen wie der SV Wehen Wiesbaden in der vergangenen Saison. Die Rheinhessen holten aus den ersten sieben Spielen nur einen Punkt und stiegen letztlich trotz einer zwischenzeitlichen Aufholjagd direkt wieder ab.

Möglicherweise entscheidet sich Trainer Schiele aber auch für noch einen Schuss mehr Erfahrung in der ersten Elf. Denn der Brasilianer Douglas, der nach einem Kurzeinsatz im Pokal gegen Aue auf der Bank geblieben ist, hat sich in den vergangenen Tagen weiter herangearbeitet und könnte in der Innenverteidigung beginnen.

Douglas, der in den Niederlanden, Russland und der Türkei über 200 Erstliga-Spiele absolviert hat, ist mit seinen 32 Jahren allerdings wie Hägele auch kein Sprinter. In Düsseldorf, wo die heimische Fortuna mit dem noch ein Jahr älteren Rouwen Hennings als einzige Spitze agieren könnte, muss das aber nicht zwingend ein nicht zu kompensierender Nachteil sein.