Würzburger Kickers: Platzt unter Antwerpen der Knoten?

Bonmann verpflichtet

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Donnerstag, 01.10.20 | 16:34
Luca Pfeiffer

Wartet noch auf sein erstes Zweitliga-Tor: Luca Pfeiffer. © imago images / foto2press

Update (16:32 Uhr):
Wie die Kickers am Nachmittag bekannt gaben, wurden mittlerweile auch die Planungen auf der Torhüter-Position abgeschlossen. Hendrik Bonmann, zuletzt bei 1860 München in der 3. Liga aktiv, unterschreibt am Dallenberg einen Zweijahresvertrag.

„Hendrik ist ein hervorragend ausgebildeter Torhüter mit einem großen Potenzial, der inzwischen auch schon über eine gewisse Erfahrung verfügt. Mit Hendriks Verpflichtung ist unser Torwartteam komplett“, sagt der neue Würzburger Cheftrainer Marco Antwerpen.

Unser ursprünglicher Artikel (9:00 Uhr):
Im DFB-Pokal gegen Hannover 96 haben die Würzburger Kickers in der Schlussphase aus einem 0:3, das den einseitigen Spielverlauf recht gut widerspiegelte, zwar dank der Nachlässigkeiten der Gäste aus Niedersachsen noch ein 2:3 machen können, doch in der 2. Bundesliga wartet der Aufsteiger noch auf seinen ersten Saisontreffer.

Sowohl bei der 0:3-Heimniederlage gegen Erzgebirge Aue als auch am vergangenen Wochenende beim 0:1 bei Fortuna Düsseldorf hatten die Kickers ihre Chancen, die beste sicherlich in Düsseldorf durch Robert Herrmann, der kurz vor Schluss vom Elfmeterpunkt aus die große Möglichkeit zum Ausgleich vergab.

Pfeiffer als einzige Spitze?

Insgesamt war im Offensivspiel der Kickers zwar sicherlich noch Luft nach oben, doch gerade Luca Pfeiffer kam immer wieder in Abschlusssituationen, die zumindest die Hoffnung nähren, dass der 15-fache Torschütze der vergangenen Drittliga-Saison auch eine Klasse höher für die nötigen Treffer sorgen kann.

Abzuwarten bleibt natürlich, in welcher Formation der neue Trainer Marco Antwerpen die Kickers schon am Sonntag gegen Greuther Fürth auf den Platz schicken wird. Während der entlassene Michael Schiele in großen Teilen der erfolgreichen Rückrunde der vergangenen Spielzeit sowie an den ersten beiden Spieltagen der neuen Saison auf ein 4-4-2 mit Doppelspitze baute, bot Antwerpen auf seinen bisherigen Stationen gerne nur einen zentralen Angreifer mit zwei Flügelspielern neben sich auf, wahlweise im 4-3-3 oder 4-2-3-1.

Während Pfeiffer auch im System mit nur einer Spitze als Mittelstürmer die Nase vorne haben dürfte, wären die Neuzugänge Keanu Staude und Florian Flecker als Flügelzange prädestiniert. Staude freilich fehlte in Düsseldorf angeschlagen, wo Flecker für den ebenfalls ausgefallenen Frank Ronstadt als Rechtsverteidiger einspringen musste. Gut möglich aber, dass beide am Wochenende wieder frei werden für ihre eigentlichen Positionen, für die es mit Düsseldorf-Pechvogel Herrmann, Dominic Baumann und David Kopacz aber noch weitere Alternativen gibt.

Antwerpens Statistiken als Mutmacher

Hoffnung auf eine bessere Trefferquote unter Antwerpen macht die Vergangenheit des Trainers. So erzielte Eintracht Braunschweig vergangene Saison unter Antwerpen in der 3. Liga 40 Tore in 23 Spielen (1,74 im Schnitt). Vor dessen Amtsantritt waren es beim BTSV in 15 Partien nur 24 Treffer (1,60 im Schnitt).

Insgesamt erzielten Antwerpens Mannschaften in 80 Drittliga-Spielen 120 Tore (1,50 im Schnitt). Kämen die Kickers am Saisonende auf eine ähnliche Quote, dürften die Chancen auf den Klassenerhalt nicht schlecht stehen. Erst recht, sollten die Kickers so oft treffen wie die von Antwerpen in betreuten Regionalligisten, die in 88 Partien 189 Mal einnetzten (2,15 Tore im Schnitt).