Jahn Regensburg: Viele Stürmer und doch Bedarf

Nur Andreas Albers ein verlässlicher Torschütze

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Mittwoch, 10.06.20 | 09:58
Marco Grüttner

Bald ein Bild aus der Vergangenheit: Marco Grüttner im Jahn-Trikot. © imago images / defodi

Dank des Unentschiedens von Dynamo Dresden am Dienstagabend gegen Greuther Fürth ist Jahn Regensburg dem vierten Zweitliga-Jahr in Folge wieder einen kleinen Schritt näher gekommen. Schon am kommenden Wochenende könnte der Klassenerhalt unabhängig von den Ergebnissen der Kellerklubs auch rechnerisch perfekt sein, wenn beim 1. FC Heidenheim ein Auswärtssieg gelingt.

Schon jetzt aber kann bei der Planung der nächsten Saison der Fokus auf die 2. Bundesliga gerichtet werden. Und wie in den vergangenen beiden Jahren gilt es auch diesmal wieder Leistungsträger zu ersetzen. Sicher sind bereits die Abgänge der langjährigen Stützen Andreas Geipl (1. FC Heidenheim) und Marco Grüttner (SGV Freiberg). Und auch wenn Grüttner in den vergangenen Wochen seinen Stammplatz eingebüßt hat, dürfte gerade der scheidende Kapitän nicht ohne Weiteres zu ersetzen sein.

In seinen 94 Zweitliga-Spielen für den Jahn sind für Grüttner 48 Tore und 25 Vorlagen notiert. Auch im fortgeschrittenen Alter hatte und hat der 34-Jährige neben dieser Quote aber auch als unermüdlicher Arbeiter und Antreiber enormen Wert für das Regensburger Spiel.

Fünf zentrale Angreifer weiter unter Vertrag

In erster Linie freilich gilt es Grüttners Tore zu ersetzen. Ob das mit dem vorhandenen Personal möglich ist, erscheint trotz zahlreicher Angreifer im Kader eher fraglich. Der im vergangenen Sommer gekommene Däne Andreas Albers hat sich mit acht Treffern zwar als guter Griff erwiesen, doch alle anderen Stürmer ließen bislang regelmäßige Torgefahr vermissen.

Sebastian Stolze (sieben Tore), Max Besuschkow (sechs) und Jann George (fünf) die in der internen Torschützenliste hinter Albers und dem siebenmal erfolgreichen Grüttner folgen, sind auf der offensiven Außenbahn bzw. im zentralen Mittelfeld zu Hause. Erik Wekesser und der aktuell verletzte Jan-Marc Schneider, die ihre Abschlussqualitäten mit jeweils zwei Toren zumindest angedeutet haben, pendelten unterdessen zwischen dem Flügel und dem Sturmzentrum. Ebenso der im Winter auf Leihbasis gekommene Aaron Seydel, der zuletzt aber nicht mehr eingesetzt wurde.

Charalampos Makridis, ebenfalls im Winter verpflichtet, kam bislang auch nur auf Außen zum Zug, wo der bereits im Sommer vom 1. FC Nürnberg geholte Federico Palacios seinem Jokertor beim Einstand gegen den VfB Stuttgart (2:3) keine weiteren Ausrufezeichen mehr folgen lassen konnte.

Wekesser, Schneider, Makridis und Palacios sowie der momentan gesetzte Albers, die nach jetzigem Stand auch kommende Saison zum Kader gehören werden und mit Ausnahme vielleicht von Palacios allesamt vom Profil her eher zentrale Angreifer als Flügelspieler sind, bedeuten bereits jetzt quantitativ eine große Auswahl. Davon, dass sich aus diesem Quintett neben Albers ein zweiter verlässlicher Torschütze herauskristallisiert, kann man indes nicht mit Sicherheit ausgehen. Wahrscheinlich eher, dass sich der Jahn noch auf die Suche nach einem zusätzlichen Mittelstürmer begeben wird, der ähnlich wie Grüttner körperlich robust und zugleich abschlussstark sein sollte.

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