KSC: Weiter Unruhe vor dem Endspurt

Ingo Wellenreuther im Blickpunkt

Ingo Wellenreuther

Sieht sich mit Rücktrittsforderungen konfrontiert: Präsident Ingo Wellenreuther. © imago images

In einer Woche beginnt für den Karlsruher SC der Endspurt der Saison direkt mit einem von noch fünf Heimspielen, von deren Ausgang der Erfolg der Mission Klassenerhalt wohl maßgeblich abhängen wird. Zu Gast im Wildparkstadion, wo natürlich auch nur vor leeren Rängen gespielt werden kann, ist dann Darmstadt 98. Aktuell allerdings spielt das Duell mit den Lilien in der öffentlichen Wahrnehmung rund um den KSC nur eine untergeordnete Rolle.

Denn überlagert wird alles von der Forderung nach dem Rücktritt von Präsident Ingo Wellenreuther, den eine Gruppe von regionalen Unternehmen („Bündnis KSC“) zur Voraussetzung für eine Zahlung von sechs Millionen Euro macht, mit der eine drohende Insolvenz noch verhindert werden könnte.

Während Geschäftsführer Michael Becker am Freitag gegenüber der „Deutschen Presse-Agentur“ erklärte, intern zu diskutieren „ob man auf die Bedingung eingehen sollte oder nicht“ und die Forderungen als grundsätzlich „nicht unüblich“ einordnete, meldete sich am Freitag auch Wellenreuther selbst mit einer Stellungsnahme zu Wort.

Wellenreuther schließt Rücktritt nicht aus

Der erst im Oktober wiedergewählte Wellenreuther betont darin, einen Rücktritt nicht zuletzt wegen der Kurzfristigkeit der Forderung abgelehnt zu haben: „Es entspricht nicht meinem Amtsverständnis, einer mit kürzester Fristsetzung durch einen anonymen Personenkreis erhobenen Forderung nachzukommen. Dies gilt auch dann, wenn im Gegenzug für die verlangte Amtsniederlegung die Aussicht einer finanziellen Unterstützung des KSC durch einen Kreis anonymer Anteilserwerber in den Raum gestellt wird.“

Einen solchen Schritt behalte ich mir zum Wohle des KSC ausdrücklich vor. (Ingo Wellenreuther)

Grundsätzlich allerdings schließt der 60-Jährige nicht aus, seinen Posten zu räumen, sollte es für den Verein das beste sein: „Einen solchen Schritt behalte ich mir zum Wohle des KSC ausdrücklich vor.“ 

Klarheit wird es in jeglicher Hinsicht bis zum kommenden Freitag geben. An jenem 15. Mai soll auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung über eine Planinsolvenz abgestimmt werden – sofern es bis dahin nicht doch noch eine andere Lösung gibt, die Geschäftsführer Becker laut seiner Aussage gegenüber dem SWR in verschiedenen Richtungen für möglich hält: „Denkbar ist alles. Wir haben ja noch eine Woche Zeit.“

Zu hoffen bleibt aus KSC-Sicht indes, dass die Geschehnisse keinen Einfluss auf die Mannschaft und Trainer Christian Eichner haben, die mit dem sportlichen Klassenerhalt neue Probleme wirtschaftlicher Natur verhindern müssen.