Union Berlin: Stadionvorstellung

Das Stadion an der Alten Försterei im Detail

Heimstätte von Union Berlin: Das Stadion an der Alten Försterei. ©Imago/Matthias Koch

Wer auf der Waldseite des Stadions an der Alten Försterei entlangläuft oder einfach spazieren geht, der kann dem hektischen Stadtleben schnell entfliehen und Ruhe in der Natur suchen. Berlin wirkt da urplötzlich weit weg, selbst die Begegnung mit einem Fuchs ist in der prächtigen Wuhlheide nicht ausgeschlossen.

Das gegensätzliche Bild ergibt sich schnell, sobald der Waldausgang wieder erreicht und das Stadion von Union in Sichtweite ist. Gerade an Spieltagen. Dann ist an dieser Kultstätte mächtig was los. Liga-Zwei.de macht an dieser Stelle Halt und präsentiert euch heute, was das Wohnzimmer der Köpenicker zu bieten hat.

Name: Stadion an der Alten Försterei (Anfahrt)
Fassungsvermögen: 22.012 Plätze
Sitzplätze: 3.617 (komplett überdacht)
Stehplätze: 18.395 (komplett überdacht)
Rollstuhlplätze: 30 (Im Stadioninnenraum vor Sektor 2 und Sektor 4)
Gästeblock: Sektor 5 (Was darf ich mitnehmen?)

Historie

Das Stadion ist eines der stimmungsvollsten der zweiten Liga. Über 80 Prozent der Fans stehen, Sitzplätze sind rar gesät. Sollte Union es eines Tages tatsächlich in die erste Bundesliga schaffen, ist eine Erweiterung des Kontingents unumgänglich. Die DFL schreibt nämlich 8.000 als Mindestanzahl vor.

Pläne dafür gibt es längst, der Startschuss soll im kommenden Jahr erfolgen, pünktlich zum Jubiläum – 2020 spielt Union dann genau 100 Jahre an der Alten Försterei – soll das neue Schmuckkästchen mit dann knapp 37.000 Plätzen fertig sein.

Fast 100 Jahre Alte Försterei: Viel ist in dieser Zeit passiert hier am Rande der Wuhlheide. Als der Klub damals einzog, im März 1920, gab’s zur Eröffnung ein Duell mit dem Stadtrivalen Viktoria 89, die Partie endete 1:1.

Die offizielle Einweihung war weitaus pompöser, 7.000 Fans kamen Anfang August desselben Jahres, um das Spiel gegen den damaligen deutschen Meister 1. FC Nürnberg zu sehen. Union verlor mit 1:2 gegen die Franken.

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In den 1950er Jahren war die Spielstätte in die Jahre gekommen und wurde modernisiert. 1970 stieg das Fassungsvermögen der Alten Försterei von 10.000 auf 15.000 an. Erst seit 1966 heißt der Klub übrigens 1. FC Union Berlin. Dessen Vorgängervereine waren der FC Olympia, später dann Union 06 Oberschöneweide sowie der TSC Berlin.

Nach der Wende waren wieder Baumaßnahmen fällig, das Stadion präsentierte sich in einem miserablen Zustand. Die Haupttribüne bekam ein Dach, eine Flutlichtanlage kam 2000 hinzu. Die sensationelle Qualifikation für den UEFA-Cup im Jahr 2001, die der damalige Drittligist durch den Einzug ins DFB-Pokalfinale geschafft hatte, war allerdings mit einem Umzug verbunden.

Union musste auf die Anlage des BFC Dynamo ausweichen, da das eigene Wohnzimmer nicht den Richtlinien der UEFA entsprach. Im Europapokal allerdings feierte Union durch ein 3:0 gegen den finnischen Meister Haka Valkeakoski den Einzug in die zweite Runde und damit einen der größten Erfolge der Vereinsgeschichte.

Bemerkenswert: Weil Gelder fehlten, packten die Fans gleich mehrfach mit an und verschönerten das eigene Stadion mit. Wie etwa in der Zeit von 2008 bis 2009, als über 1.500 freiwillige Helfer im Einsatz waren und sich dafür sogar teilweise extra Urlaub nahmen. Zudem erwarben viele Anhänger Anteile an der Alten Försterei und entlasteten den Klub finanziell. Eine ähnliche Aktion folgte 2014 beim Neubau der Stehplatztribünen.

Mit über 21.000 Zuschauern im Schnitt pro Heimspiel ist das Kult-Stadion zu mehr als 96 Prozent ausgelastet. Im ligainternen Vergleich nehmen die Köpenicker Platz fünf ein. Daran wird sich nach dem Ausbau sicher etwas ändern.

Bereits vorgestellte Stadien
Bielefeld (Schüco-Arena)
Braunschweig (Eintracht-Stadion)
Darmstadt (Merck-Stadion am Böllenfalltor)
Duisburg (Schauinsland-Reisen-Arena)
Fürth (Sportpark Ronhof)
Heidenheim (Voith-Arena)
Ingolstadt (Audi-Sportpark)
Kaiserslautern (Fritz-Walter-Stadion)
Kiel (Holstein-Stadion)
Regensburg (Continental Arena)
St. Pauli (Millerntor-Stadion)

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