FC St. Pauli: Hinrunden-Rückblick

So lief der 1. Teil der Saison 2016/17

Aziz Bouhaddouz, Stürmer auf dem Kiez.

Erzielte beinahe die Hälfte aller Treffer des FC St. Pauli: Neuzugang Aziz Bouhaddouz. ©Imago

Nach Platz vier im Vorjahr war der FC St. Pauli mit Aufstiegsambitionen in die neue Saison gestartet. Doch der Kiezklub landete ganz schnell auf dem Boden der Tatsachen und damit im Tabellenkeller der 2. Bundesliga. Die Hinrunde beendete die Mannschaft von Trainer Ewald Lienen als Letzter mit mageren elf Pünktchen. Warum es für den FCSP so rasant bergab ging, erfahrt Ihr im Hinrunden-Rückblick von Liga-Zwei.de!

Licht am Ende des Tunnels

Nur zwei Siege durften die Fans vom Millerntor in der Hinrunde bejubeln. Dementsprechend ging es auch schon los, St. Pauli startete mit drei Niederlagen in die neue Spielzeit, erst am 4. Spieltag wurde mit dem 2:1 gegen Arminia Bielefeld der erste Erfolg eingetütet. Es sollte bis zum 16. Spieltag (2:0 in Fürth) aber auch der letzte „Dreier“ bleiben. Obwohl die Niederlagen meist knapp waren – die Kiezkicker verloren nur in Sandhausen (0:3) mit drei Toren Unterschied – am Ende ging das Team doch meist mit leeren Händen nach Hause.

Immerhin: Je näher es auf Weihnachten zuging, desto stabiler präsentierte sich der FC St. Pauli. Im Dezember kam keine Niederlage mehr hinzu, neben dem Sieg in Fürth gab es zwei Unentschieden gegen Kaiserslautern und Bochum. Doch das Auftaktprogramm in die Rückrunde lässt Böses vermuten: Erst geht es gegen die beiden Aufstiegskandidaten Stuttgart und Braunschweig, danach kommt der starke Aufsteiger aus Dresden in die Hansestadt.

Helfen die Neuzugänge?

Nach der Hinrunde muss man wohl konstatieren, dass St. Pauli die Abgänge von Marc Rzatkowski, Enis Alushi, John Verhoek, Sebastian Maier und Lennart Thy im Sommer nicht verkraftet hat. Letzterer ist im Winter nun auf Leihbasis aus Bremen zurückgekehrt, um den Absturz in die 3. Liga zu verhindern. Zudem wurde mit Johannes Flum (vorher Eintracht Frankfurt) ein erfahrener Mann verpflichtet, um das Mittelfeld zu stabilisieren.

Doch gerade auf Thy wird es ankommen, denn der Sturm ist die Achillesferse der Hamburger. Nur elf erzielte Tore bedeuten ebenso einen Minus-Rekord wie die miese Chancenverwertung von nur 8,1%. Und zu allem Überfluss fehlt beim Rückrunden-Start am 29. Januar womöglich auch noch Top-Stürmer Aziz Bouhaddouz, der fast die Hälfte aller Tore seines Klubs markierte. Der Marokkaner spielt für sein Land beim Afrika-Cup und könnte im schlimmsten Fall bis Anfang Februar nicht zur Verfügung stehen.

Es gibt also deutlich bessere Ausgangspositionen für eine Aufholjagd, doch das Positive ist, dass das rettende Ufer momentan auch nur drei Zähler entfernt ist. Man darf also gespannt sein, ob sich das Vertrauen des Vereins in Trainer Ewald Lienen auszahlt oder ob die Reise doch in der 3. Liga endet.