FC St. Pauli: Hoffmann als gefühlter Neuzugang

Aus dem Schatten ins Rampenlicht

Niklas Hoffmann vom FC St. Pauli

Niklas Hoffmann hatte kaum noch jemand auf der Rechnung. ©Imago images/Eibner

Eigentlich sah es gar nicht mehr gut aus für ihn. Die Hoffnung schien sich zu verflüchtigen. Doch plötzlich war er doch da, in der 2. Bundesliga: Niklas Hoffmann kam beim FC St. Pauli am ersten Spieltag auf den Platz und er war gekommen, um zu bleiben. Eine Woche später gegen Fürth war er sogar in der Startelf.

„Weil wir elf zu elf spielen müssen“, blaffte Trainer Jos Luhukay kurz nach dem Spiel gegen das Kleeblatt den Journalisten eine patzige Begründung für die überraschende Personalentscheidung in die Mikrofone, erinnerte damit nochmal an seine Wutrede, in der er Neuzugänge gefordert hatte.

Wieder eine Woche später stand der große Unbekannte jedoch erneut zum Anpfiff auf dem Platz, genau wie gestern gegen Dynamo.

Unauffällig aber wertvoll

Dabei sah es wie gesagt gar nicht mehr danach aus. Im vergangenen Winter holte der Kiez-Klub den 22-Jährigen für die U23. Profi-Trainer Markus Kauczinski war die treibende Kraft dahinter. Er kannte den gebürtigen Pfälzer noch vom Karlsruher SC, wo er ihm einst seinen ersten Profi-Vertrag verschaffte und auch erstmals in den Kader des Zweitliga-Teams berief.

Für den jungen Spieler war die Situation ideal: Durch seinen alten Mentor war die Möglichkeit auf Profi-Einsätze am Horizont zu erkennen. Doch dann musste Kauczinski seinen Hut nehmen, Nachfolger Jos Luhukay machte zunächst nicht den Eindruck, sich in der Reserve nach Optionen für seine Elf umzusehen.

So verstärkte Hoffmann weiterhin den Abwehrverbund der jungen Paulianer, damit sich weiter vorne Christian Conteh und dessen Nebenleute unbesorgt austoben konnten.

Auch der quirlige Dribbler und Sprinter Conteh kam dann mehr oder weniger überraschend plötzlich bei den Profis zum Zuge, auf ihn stürzten sich allerdings schon nach seinem Tor gegen Bielefeld alle Medien. Um Hoffmann blieb es hingegen ruhig.

Das ist der Fluch der Position, aber auch ein Qualitätsmerkmal. Eine alte Weisheit im Fußball lautet nicht umsonst „Ein guter defensiver Mittelfeldspieler bleibt unauffällig“.

Er sichert ab, macht Meter, antizipiert gefährliche Situationen für seine Hintermannschaft und verhindert sie schon in der Entstehung. Feingeister wie Mats Möller Daehli oder Finn Ole Becker können neben ihm glänzen.

Noch bemerkenswerter ist diese Geschichte, wenn man bedenkt, dass Hoffmann noch nie zuvor auf der „Sechs“ gespeilt hatte. Die Innenverteidigung war von Jugend an sein Stammrevier gewesen. Erst Luhukay sah etwas anderes in dem Schlaks, schob ihn eine Reihe vor.

Kaum zu glauben eigentlich, dass man seine 1,94m bislang übersehen konnte. Doch nun hat er sich nachhaltig ins Bild gerückt: Niklas Hoffmann, der Neuzugang, der keiner ist.

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