KSC: Benjamin Uphoff lobt die Moral

Der Torhüter nach dem 0:2 beim HSV im Interview

Autor: Oliver Jensen Veröffentlicht: Samstag, 08.02.2020 | 16:33

Benjamin Uphoff beim Abschlag

Auch Benjamin Uphoff konnte die Niederlage gegen den HSV nicht verhindern. ©Imago images/Eibner

Der Negativtrend hat sich beim Karlsruher SC fortgesetzt. Das 0:2 beim Hamburger SV war die sechste Pflichtspiel-Niederlage in Folge. Nach der Partie sprach Torwart Benjamin Uphoff über das Auswärtsspiel und die Gesamtsituation des KSC.

Herr Uphoff, würden Sie mir zustimmen, dass Sie trotz der Niederlage ein richtig gutes Spiel gemacht haben?
Benjamin Uphoff: "Da darf sich jeder seine eigene Meinung bilden. Im Endeffekt bringt das nichts, wenn man mit einem 0:2 nach Hause fährt."

Ärgert Sie das sehr?
Uphoff: "Ja, natürlich. Es wäre schlimm, wenn es in unserer Mannschaft einen Spieler geben würde, der sich nicht ärgert. Wir haben im Moment einfach komplett die Scheiße am Schuh – egal bei was. Das fing bereits bei der Anreise an (der KSC war von Zugausfällen betroffen, Anm.d.Red.). Das hatte jetzt keinen großen Einfluss auf das Spiel, ist aber ein Sinnbild für die momentane Situation."

Besonders bitter war auch die Entstehung des 0:1. Ihr Mitspieler Marc Lorenz will die Situation an der eigenen Torauslinie klären und legt den Ball per Querschläger unfreiwillig für den Gegnerspieler Lukas Hinterseer vor, der zum Tor einköpft. Wie haben Sie das gesehen?
Uphoff: "Ja, der Dirk (Carlson, Anm.d.Red.) klärt das zunächst überragend. Dann geht der Ball Richtung Toraus. Marc will den Ball wegschlagen, trifft ihn nicht richtig, und dann landet der Ball genau auf dem Kopf des Gegenspielers. Das ist sinnbildlich. Es ist brutal, was diese Mannschaft momentan wegstecken muss."

„ Wir haben mutig gespielt. ”
über die Herangehensweise beim HSV

Trotzdem hat man gesehen, dass die Mannschaft lebt, oder?
Uphoff: "Ja, wir haben vor allem auch in der ersten Halbzeit richtig gut dagegen gehalten. Dass Hamburg natürlich eine gewisse Qualität hat und wir nicht alles wegverteidigen können, ist völlig normal. Wir haben mutig gespielt. Am Ende hat vielleicht ein wenig die Kraft gefehlt. Das war vielleicht auch dem Pokalspiel am Mittwoch geschuldet. Einige haben da 120 Minuten gespielt. Diese Belastung hat der HSV nicht gehabt. Dadurch war das natürlich schwierig. Trotzdem haben wir gesehen, dass in der Mannschaft noch Leben steckt."

Wie groß ist nun der Druck vor dem nächsten Spiel gegen den VfL Osnabrück?
Uphoff: "Je öfter man verliert, desto größer ist der Druck. Aber Druck gehört im Profifußball dazu. Es gibt kein Spiel, in dem man gar keinen Druck hat. Davon dürfen wir uns nicht beeindrucken lassen. Das gehört dazu."

Wie fanden Sie die vom HSV durchgeführte Pyro-Einlage vor dem Spiel?
Uphoff: "Das habe ich leider gar nicht gesehen. Daher kann ich nichts dazu sagen."

Herr Uphoff, vielen Dank für das Gespräch!