Aus der Patsche: Mein Senf zur Trainersuche in Dresden

"So sinnlos wie Viagra im Kloster."

Autor: Nico Patschinski Veröffentlicht: Freitag, 14.09.18 | 07:40
Nico Patschinski ist Kolumnist bei Liga-Zwei.de

Hatte mehr Trainer als Frauen: Liga-Zwei.de-Kolumnist Nico Patschinski. ©Imago/Baering

Hallo Fußballfreunde!

Jetzt ist es also diese Woche endlich geklärt worden: Neuer Trainer bei Dynamo Dresden ist Maik Walpurgis. Da darf man ja gespannt sein, wie sich das auswirkt.

Diese frühen Trainerentlassungen finde ich ja generell so sinnlos wie eine Packung Viagra im Kloster. Sie lassen Uwe Neuhaus die Vorbereitung machen, lassen ihn die Mannschaft zusammenstellen und setzen ihn dann nach drei Spielen vor die Tür.

Klar tut es weh, wenn man im Pokal rausfliegt, die Kohle ist weg und alles, aber es hat ja noch ganz andere erwischt. Das erste Spiel in der Liga hat Dresden sogar noch gewonnen! Für mich ist es unverständlich. Gerade weil Ralf Minge eigentlich kein Typ ist, der überreagiert.

„ Schlimmer als beim Speed-Dating. ”
über Meinungsbildung in der Kabine

Dann ist es noch nicht einmal gelungen, zu Beginn der Länderspielpause einen Nachfolger zu finden. So hätte er ja wenigstens ein bisschen Zeit gehabt, die Mannschaft kennenzulernen und einzustellen. Vielleicht hatte Dynamo da schon eine Lösung im Hinterkopf, die dann aber nicht aufging. 

Dass die ganze Sache sich jetzt so gezogen hat, ist jedenfalls kein Vorteil. Der Name Walpurgis war ja jetzt schon länger im Rennen. Die Mannschaft wird natürlich darüber geredet haben, der ein oder andere ruft alte Kollegen an, die unter ihm gespielt haben. Es gibt also in der Kabine schon ein Meinungsbild zum Trainer, bevor er da war. Das ist noch schlimmer als beim Speed-Dating.

„ Ich hatte mehr Trainer als Frauen. ”
über seine Erfahrung mit Trainerwechseln

Einfach sofort einen neuen Mann zu präsentieren, wäre deutlich besser gewesen. Wenn der dann nichts taugt, hilft es natürlich auch nichts. Ich hatte so schon den Fall, dass ich nach ein, zwei Trainingseinheiten unter einem neuen Chef dachte, der ist ja ganz in Ordnung. Nach einer Weile stellt sich dann heraus, der ist total abgedreht. Was für ein Kunde!

Meine Erfahrung sagt jedenfalls, dass diese Schnellschüsse nichts bringen. Glaubt mir, ich hatte mehr Trainer als Frauen, und das will was heißen. Bei St. Pauli wurde Dietmar Demuth 2002 auch nach zwei Spieltagen entlassen. Da habe ich gemerkt, was für ein kompletter Quatsch so etwas ist. Es folgte eine Notlösung auf die andere. Erst hat der Co-Trainer es gemacht, dann hat Manager Franz Gerber selbst übernommen, am Ende sind wir doch abgestiegen.

„ Du kaufst ein Haus und nach sechs Monaten musst du die Heizung erneuern. ”
über neue Trainer und ihre Kader

Der neue Trainer hat ja dazu noch Spieler im Kader, die er gar nicht will. Dann musst du im Winter nachbessern, was richtig teuer wird. Als ob du ein Haus kaufst und nach sechs Monaten musst du die Heizung erneuern. Liegt übrigens meistens daran, dass oben was nicht ganz dicht ist – kleiner Tipp vom Heimwerker in mir.

Aber hey, der Erfolg heiligt die Mittel. Und wenn Walpurgis den hat, dann haben sie bei Dynamo alles richtig gemacht. Ich habe da allerdings so meine Zweifel. Wäre aber nicht das erste Mal, dass ich daneben liege.

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