Eintracht Braunschweig: Individuelle Fehler wieder als Knackpunkt

Nun stehen zwei wichtige Heimspiele an

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Samstag, 28.11.20 | 08:03
Benjamin Kessel nach Spiel von Braunschweig in Darmstadt

Lange Gesichter. Der BTSV um Benjamin Kessel leistete sich in Darmstadt viel zu viele Fehler. ©imago images/Beautiful Sports

Weil der FC St. Pauli zeitgleich dem VfL Osnabrück mit 0:1 unterlag, bleibt Eintracht Braunschweig ein direkter Abstiegsplatz zwar noch erspart, doch Relegationsplatz 16 zu verlassen, ist der Mannschaft von Trainer Daniel Meyer am Freitagabend nicht gelungen. Stattdessen setzte es mit einem 0:4 bei Darmstadt 98 eine herbe Niederlage, wobei der Endstand bereits nach 36 Minuten auf der Anzeigetafel aufleuchtete.

Die Eintracht erwischte einen kapitalen Fehlstart in die Partie. Nur eine Minute, nachdem Tobias Kempe einen von Schlussmann Felix Dornebusch verursachten Strafstoß zur Darmstädter Führung verwandelt hatte, leistete sich Michael Schultz nach sieben Zeigerumdrehungen einen zu kurzen Rückpass, den Lilien-Torjäger Serdar Dursun vor Dornebusch erlief und zum 2:0 nutzte.

In der 34. und 36. Minute ereilte Braunschweig dann der nächste Darmstädter Doppelschlag. Zunächst verlängerte Jannis Nikolaou einen langen Ball von Darmstadts Immanuel Höhn per Kopf unglücklich auf Dursun, der seinen zweiten Treffer markierte und kurz darauf von Schultz abermals nur per Foulspiel im Strafraum zu stoppen war. Kempe verwandelte auch seinen zweiten Elfmeter.

„Die Mannschaft war in der Halbzeit total niedergeschlagen, es ging nach der Pause nur noch um zwei Dinge: Zum einen mit Anstand den zweiten Durchgang zu absolvieren und zum anderen zu versuchen, Haltung zu bewahren“, gab Trainer Meyer nach der Partie auf der vereinseigenen Webseite einen Einblick in die Stimmung nach den ersten 45 Minuten. Dass anschließend zumindest Schadensbegrenzung gelang und kein weiteres Tor mehr kassiert wurde, macht zumindest ein wenig Hoffnung vor den zwei enorm wichtigen Heimspielen gegen den FC St. Pauli und den VfL Osnabrück.

Nachbesserungen im Winter?

„Jetzt gilt es die Niederlage abzuschütteln und den Fokus auf die kommenden beiden Heimspiele zu richten – auch wenn das im Moment noch schwer fällt“, ließ Meyer indes auch durchblicken, noch an der Pleite von Darmstadt zu knabbern zu haben. Insbesondere auch deshalb, weil letztlich eigene Unzulänglichkeiten auf die Verliererstraße führten: „Die Erkenntnis von heute ist: die defensiven Probleme sind keine Frage des Systems, sondern eine Häufung von individuellen Fehlern, die uns immer wieder das Spiel kaputt machen.“

„ Die defensiven Probleme sind keine Frage des Systems, sondern eine Häufung von individuellen Fehlern. ”
Daniel Meyer

Da diese Erkenntnis nicht ganz neu ist und schon mehrfach Schnitzer Punkte gekostet haben, dürften die ohnehin vorhandenen Überlegungen, auf dem winterlichen Transfermarkt auch im Defensivbereich nachzulegen, konkretisiert werden. Zunächst aber sind bis Weihnachten noch zwölf Punkte zu vergeben, von denen die Eintracht den einen oder anderen Zähler holen sollte, um nicht im Januar schon mit dem Rücken zur Wand zu stehen.