Eintracht Braunschweig: Kobylanski und Co. glänzen mit Effizienz

Fünf von zehn Torschüssen finden gegen Hertha BSC ihr Ziel

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Samstag, 12.09.20 | 07:16
Martin Kobylański jubelt nach Tor im DFB-Pokal gegen Hertha

Matchwinner. BTSV-Kapitän Martin Kobylański traf beim spektakulären 5:4 gegen Hertha gleich dreimal. ©imago images/osnapix

In der Vorbereitung lief bei Eintracht Braunschweig wahrlich nicht alles rund. Gerade in der Offensive war noch Sand im Getriebe, wie nur zwei Treffer in den ersten fünf Testspielen unschwer erkennen ließen. Allerdings war schon bei der erfolgreichen Generalprobe gegen den niederländischen Erstligisten Heracles Almelo (2:0) eine positive Tendenz erkennbar, die sich nun in der ersten Runde des DFB-Pokals auf erstaunliche Art und Weise fortsetzte.

Denn die in weiten Teilen der Vorbereitung eher harmlose Eintracht glänzte gegen Hertha BSC plötzlich mit Effizienz und warf den Bundesligisten mit einem überraschenden 5:4-Sieg aus dem Wettbewerb. In spektakulären 90 Minuten, die fraglos mehr als die erlaubten und denn auch im Eintracht-Stadion an der Hamburger Straße anwesenden 500 Zuschauer verdient gehabt hätten, zeichnete vor allem Martin Kobylanski mit drei Toren dafür verantwortlich, dass der Sprung in die zweite Runde gelang.

Aber auch Suleiman Abdullahi sowie Herthas Maximilian Mittelstädt per unglücklichem Eigentor trugen dazu bei, dass der optisch eigentlich klar unterlegene Zweitliga-Aufsteiger das bessere Ende für sich hatte. Von den zehn Braunschweiger Torschüssen fand jeder zweite sein Ziel, während die Berliner mit 25 Versuchen nur drei Mal erfolgreich waren. 3:10 Ecken und ein Ballbesitz von nur 35 Prozent unterstrichen ebenfalls, dass am Freitagabend die weitaus effizientere Mannschaft triumphierte.

Meyer lobt und kritisiert

Im Wissen darum, war Braunschweigs schon während der Vorbereitung mehrfach sehr kritischer Trainer Daniel Meyer mit der Vorstellung seiner Schützlinge bei weitem nicht vollends zufrieden. „Die Jungs dürfen heute feiern. Ich ziehe meinem Hut davor, was sie heute geleistet haben. Trotzdem haben wir bis zum Ligastart noch eine Menge zu tun“, wollte der seit Donnerstag 41 Jahre alte Fußball-Lehrer die Freude grundsätzlich nicht trüben, sprach dann via Vereinshomepage aber doch einige nicht optimale Aspekte an.

Der Trainer ist nicht restlos zufrieden
„ Trotzdem haben wir bis zum Ligastart noch eine Menge zu tun. ”
Daniel Meyer

„Aus Trainersicht ist das Ganze ziemlich unbefriedigend, weil wir viele Fehler gemacht haben. Wir haben heute aufgezeigt bekommen, dass wir unter Druck die Abläufe noch nicht so verinnerlicht haben“, so Meyer, der gleichzeitig aber Moral und Mut seiner Mannschaft lobte sowie davon angetan war, dass „wir die ganze Spielzeit über gefährlich“ waren.

Bis zum Zweitliga-Auftakt am nächsten Sonntag werden die Braunschweiger Profis aber mutmaßlich ihre Fehler nochmals vor Augen geführt bekommen – immer mit dem Ziel, es beim 1. FC Heidenheim noch besser zu machen.