Alexander Ludwig: „Die schönste Station in meiner Karriere“

Ex-Spieler spricht über seine Zeit bei Dynamo und St. Pauli

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Donnerstag, 19.11.20 | 11:22
Alexander Ludwig am Ball für Dynamo Dresden und den FC St. Pauli

Der mit dem Ball tanzt: Alexander Ludwig lief u. a. für Dresden (l.) und St. Pauli auf. ©Imago/Contrast/HochZwei/Angerer

Wenn am Samstagnachmittag Dynamo Dresden beim FC St. Pauli gastiert, wird Alexander Ludwig ganz genau hinschauen. Der 34-Jährige lief in seiner Karriere für beide Mannschaften auf und schätzte besonders die Tradition, welche die Vereine mitbringen.

Es hat immer richtig viel Spaß gemacht, in Dresden und Hamburg zu kicken“, verrät uns Ludwig im Gespräch. „Bei beiden Vereinen waren immer viele Fans da. Das treibt einen als Fußballer immer an.“

Prägende Dynamo-Zeit

Die Station in Dresden war für Ludwig eine ganz wichtige, auch, wenn es anfangs schwierig war: Dynamo stieg 2006 aus der zweiten Liga ab. Manche Fanaktionen in dieser Zeit fand der ehemalige Mittelfeldspieler „nicht mehr lustig“, diese Zeit habe ihn geprägt.

Allerdings stabilisierte Ludwig in der nächsten Saison seine Leistungen und lieferte in 27 Regionalliga-Spielen elf Tore sowie drei Vorlagen für Dynamo. Stabilisieren ist auch ein gutes Stichwort für die aktuelle Situation der SGD, die sich nach dem 1:8 in Köln drei Punkte gegen Ingolstadt erkämpfte.

„Mit der Qualität die sie haben, müsste es für Dynamo in dieser Saison ein Mittelfeldplatz werden“, so Ludwig. „Ich drücke auf jeden Fall die Daumen, dass Dynamo nicht in Abstiegsschwierigkeiten kommt.“

Identifikation mit dem FC St. Pauli

Für seinen anderen Ex-Klub, den FC St. Pauli, könnte allerdings etwas mehr drin sein. „Sie sind gut gestartet. Wenn alles zusammenpasst und Glück zusammenkommt, ist der Aufstieg möglich“, so der 140-malige Zweitliga-Spieler.

Zu seinen ehemaligen Kollegen wie Fabian Boll hat Ludwig noch Kontakt, es gibt sogar eine WhatsApp-Gruppe, in der sich viele Ex-Kiezkicker aus dem damaligen Zeitraum austauschen. Von 2007 bis 2009 spielte Ludwig für den FC St. Pauli, bezeichnet diese Zeit als „die schönste Station in meiner Karriere“.

„ Die Reeperbahn tat ihr übriges dazu. ”
über seine Zeit beim FC St. Pauli

Die Braun-Weißen landeten in diesem Zeitraum zweimal im Tabellenmittelfeld, Ludwig überzeugt vor allem in der zweiten Saison als Torjäger und Vorbereiter. „Da hat alles gepasst. Die Mannschaft war cool, der Trainer war stark und die Reeperbahn tat ihr übriges dazu.“

Mit den Werten, die der FC St. Pauli verkörpert, identifizierte sich Ludwig schnell. „Man bekam das im Laufe der Zeit natürlich mit, für was die Fans und der Verein einstehen. Das hat man auch als Spieler lieben und schätzen gelernt.“

Eine Sache würde Ludwig anders machen

Wem er nun im direkten Duell seiner ehemaligen Klubs die Daumen drückt? „Es wird ein heißer Tanz, in dem St. Pauli wohl die Nase vorn haben wird“, so Ludwig, der wegen seiner Verbundenheit zu beiden Vereinen aber auch mit einem Remis leben könnte.

Dresden wie auch St. Pauli waren für Ludwig zwei ganz spezielle Erfahrungen in seiner Profikarriere, die er im Sommer beendet hat. Bei seinem Heimatverein Wacker Gotha will er jetzt noch „Spaß am Fußball spielen haben“ und sich auf seine Trainertätigkeit vorbereiten.

Rückblickend ist er mit seiner Karriere im Reinen, bereut allerdings eine Sache: Den Wechsel aus der U19 von Werder Bremen zu Hertha BSC Berlin. „Hätte ich das nicht gemacht, wäre ich im Jahr darauf vielleicht im Kader gestanden, der Deutscher Meister wurde.“ Trotz des verpassten Erfolgs darf Ludwig auf eine bewegte Karriere zurückblicken – und dürfte durch seine höfliche und ehrliche Art auch den Fans in guter Erinnerung bleiben.

Aktion zum nächsten Spiel: St. Pauli oder Dynamo – wer gewinnt? – » Jetzt mit erhöhten Quoten bei bet-at-home wetten!