FC St. Pauli: Auch Olaf Janßen verstärkt unter Druck

Klare Worte von Sportchef Uwe Stö­ver

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Donnerstag, 30.11.17 | 07:44
Olaf Janßen

Nach sechs sieglosen Spielen verstärkt im Blickpunkt: Olaf Janßen © Imago / Jan Hübner

Die 0:4-Niederlage des FC St. Pauli am Wochenende bei der SpVgg Greuther Fürth war der vorläufige Tiefpunkt in einer Negativentwicklung, die sich freilich schon über mehrere Wochen zieht. Seit dem 2:0-Erfolg am 1. Oktober bei Eintracht Braunschweig sind die Kiez-Kicker sieglos und haben seitdem nur vier von 18 möglichen Punkten geholt.

Gedanken an den eigentlich mehr oder weniger offen ins Visier genommenen Aufstieg verbieten sich da von selbst. Stattdessen muss der Blick durchaus auch nach unten gehen, beträgt der Abstand zum Relegationsplatz doch lediglich drei Punkte. Dass St. Pauli aktuell auf einem scheinbar komfortablen achten Platz steht, ist daher reichlich trügerisch.

Stöver mit versteckter Kritik an Janßen

Immerhin haben aber die Verantwortlichen offenbar die Zeichen der Zeit erkannt. Sportdirektor Uwe Stöver, der wenige Wochen nach seinem Amtsantritt Anfang Oktober als Krisenmanager gefragt ist, nahm in den letzten Tagen kein Blatt vor den Mund und fand in Bezug auf die zum Teil weiter vorhandenen Bundesliga-Ambitionen in der Morgenpost klare Worte: „Die Zeit des Träu­mens ist vor­bei. Wir müs­sen den Fakten ins Auge schauen.“

„ Die Zeit des Träu­mens ist vor­bei. ”
Uwe Stöver

Besonders gefordert ist nun auch Trainer Olaf Janßen, den Stöver zumindest zwischen den Zeilen kritisiert: „Es ist das eine oder andere probiert worden. Ob personell, in der Ausrichtung, was das System anbetrifft, aber es hat letztlich nicht zu dem Ergebnis geführt.“

Richtungsweisende Spiele bis Weihnachten

Gleichwohl steht Janßen aktuell nicht zur Disposition. Vielmehr stehen in den verbleibenden Spielen bis Weihnachten bei Arminia Bielefeld sowie gegen den MSV Duisburg und den VfL Bochum, also gegen drei Mannschaften auf punktetechnischer Augenhöhe, vor allem die Spieler in der Pflicht.

„Jeder Einzelne muss sich so einbringen, dass er persönliche Animositäten hinten anzustellen hat“, so Stövers unmissverständliche Forderung, die freilich auch umgesetzt werden sollte. Denn sofern bis Weihnachten kein Sieg mehr gelingt, würde sich der Beginn einer Trainerdiskussion kaum vermeiden lassen.

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