FC St. Pauli: Der Druck wird größer

Leichtfertig vergebene Punkte gegen Paderborn

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Sonntag, 22.11.20 | 08:09
Christopher Avevor vom FC St. Pauli

Nicht nur bei Kapitän Christopher Avevor sitzt der Frust tief.. © imago images / Eibner

Ans Tabellenende abrutschen kann der FC St. Pauli bis zum Ende des Spieltages zwar nicht mehr, doch Rang 17 bleibt den Kiezkickern aller Voraussicht nach eine weitere Woche erhalten. Die 0:2-Niederlage am Samstag beim SC Paderborn torpedierte die auch durch den 4:2-Testspielsieg bei Werder Bremen in der Länderspielpause geschürte Hoffnung auf den zeitnahen Sprung ins Tabellenmittelfeld.

Vielmehr steht St. Pauli nun vor richtungsweisenden Wochen schon unter Druck. Am kommenden Freitag empfängt die Mannschaft von Trainer Timo Schultz den überraschend stark gestarteten VfL Osnabrück, ehe bei Eintracht Braunschweig, gegen Erzgebirge Aue und bei den Würzburger Kickers drei Partien mit Mannschaften warten, die zumindest mit Blick auf die aktuelle Tabelle eher gegen den Abstieg kämpfen als oben mitspielen werden.

Rodrigo Zalazar als Unglücksrabe

Zunächst freilich wird am Millerntor noch die Niederlage in Paderborn aufgearbeitet, die durchaus vermeidbar gewesen wäre. „Wir sind alle sehr enttäuscht, weil wir wissen, dass heute mehr drin war. Es ist frustrierend, wieder ohne Punkte nach Hause zu fahren“, kommentierte Kapitän Christopher Avevor auf der vereinseigenen Webseite die Begegnung in Ostwestfalen, deren Knackpunkt nach einhelliger Meinung die 21. Minute war.

Nach starker Anfangsphase scheiterte Rodrigo Zalazar per Elfmeter an SCP-Schlussmann Leopold Zingerle und verpasste es so, St. Paulis in einer starken Anfangsphase in Führung zu bringen.

„Ich bin das erste Mal richtig sauer, weil wir uns überhaupt nicht belohnen für das, was wir erste Halbzeit, in der wir klar die bessere Mannschaft waren, auf den Platz gebracht haben“, haderte Coach Schultz gegenüber der Morgenpost so auch in erster Linie mit der mangelnden Effizienz, allerdings auch mit dem von Pechvogel Zalazar unnötig verursachten Strafstoß, der zur Paderborner Führung führte: „Das war eine komplett eigenverschuldete Niederlage. Weil wir unsere Chancen, inklusive Elfmeter, nicht nutzen und dann so einen Elfmeter gegen uns produzieren. Das darf uns nicht passieren, wenn wir auf Zweitliganiveau Spiele gewinnen wollen.“

„ Fußball ist nun einmal ein Ergebnissport. ”
Timo Schultz

„Das war eigentlich unsere beste Halbzeit. Aber Fußball ist nun einmal ein Ergebnissport“, ließ der 43 Jahre alte Fußball-Lehrer indes auch durchblicken, von der Leistung in den ersten 45 Minuten grundsätzlich angetan gewesen zu sein. Der Blick auf die Tabelle macht aber deutlich, dass ansprechende Leistungen alleine künftig nicht mehr reichen werden.