FC St. Pauli: Die Innenverteidigung weiter als Baustelle

Gehandelter Mike te Wierik kommt wohl nicht

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Freitag, 15.01.21 | 07:32
James Lawrence

James Lawrence ist der designierte Abwehrchef, braucht aber noch Zeit. © imago images / Beautiful Sports

Den vorsichtig positiven Trend mit Unentschieden bei den Würzburger Kickers (1:1) und gegen Holstein Kiel (1:1) möchte der FC St. Pauli am Samstag bei Hannover 96 fortsetzen und am liebsten natürlich die Negativserie von 13 Spielen in Folge ohne Sieg beenden. Dass es einfachere Aufgaben gibt, als in Hannover dreifach zu punkten, wissen die Verantwortlichen um Trainer Timo Schultz natürlich, aber dennoch soll nichts unversucht bleiben.

Erstmals zur Verfügung steht der vor einer Woche vom KAA Gent ausgeliehene Eric Smith, dessen Startelfdebüt indes nicht sicher ist. Denkbar, dass die gegen Kiel ordentliche Doppelsechs mit Rico Benatelli und Finn Ole Becker unverändert bleibt, Smith damit zunächst auf der Bank Platz nimmt.

Komplett auf Umstellungen verzichten wird Trainer Schultz aber wohl nicht. Der nach abgesessener Gelbsperre wieder verfügbare Sebastian Ohlsson dürfte auf die rechte Abwehrseite zurückkehren, auf der Adam Dzwigala gegen Kiel eher eine Notlösung war. Marvin Knoll, der vor seiner gelb-roten Karte in Würzburg drei Mal in Folge in der Innenverteidigung begonnen hat, muss sich dagegen wohl erst einmal hinten anstellen.

Kein Risiko bei Lawrence

Philipp Ziereis und Daniel Buballa werden wie gegen Kiel auch in Hannover im Zentrum der Viererkette erwartet, während Christopher Avevor noch längere Zeit ausfällt und Schultz bei James Lawrence Vorsicht walten lässt: „Bei James sind wir in der Belastungssteigerung, das ist auch eine etwas kompliziertere Sache. Wenn wir da zu früh mit der Belastung anfangen, ist die Gefahr zu groß, sich schwerer zu verletzen. Ich hoffe, dass er nächste Woche wieder ins Training einsteigen kann, denn er ist für uns ein wichtiger Eckpfeiler. Ob es dann schon gegen Regensburg reicht, werden wir sehen“, erklärte der Coach auf der gestrigen Pressekonferenz, dass beim walisischen Nationalspieler noch Geduld gefragt ist.

„ Bei James sind wir in der Belastungssteigerung, das ist auch eine etwas kompliziertere Sache. ”
Timo Schultz

Sobald Lawrence annähernd bei 100 Prozent ist, wird am 28-Jährigen im Abwehrzentrum aber wohl kein Weg vorbeiführen. Für Ziereis, Knoll, Dzwigala, eines Tages auch für Avevor und den ebenso als Linksverteidiger einsetzbaren Buballa geht es dann voraussichtlich nur um den Platz neben Lawrence, sofern nicht die Rückkehr zur Dreierkette erfolgt.

Zunächst bleibt die Innenverteidigung aber noch eine Baustelle. Eher unwahrscheinlich ist indes, dass noch eine zusätzliche Alternative hinzukommt, zumal auch Smith und Ohlsson bei Bedarf einspringen könnten. Der mit St. Pauli in Verbindung gebrachte Niederländer Mike te Wierik kann jedenfalls schon wieder von der Kandidatenliste gestrichen werden. Laut Voetbal International steht der 28-Jährige kurz vor einer Rückkehr von Derby County zu seinem Ex-Klub FC Groningen.