FC St. Pauli: Die Misere geht weiter

Zum dritten Mal in Folge ohne Tor

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Samstag, 28.11.20 | 07:56
Timo Schultz

Timo Schultz hadert mit der Harmlosigkeit seiner Elf. © imago images / Osnapix

Die Hoffnung, mit einem Sieg gegen den VfL Osnabrück die Abstiegszone zu verlassen und den Sprung ins Tabellenmittelfeld zu schaffen, hat sich für den FC St. Pauli nicht erfüllt. Stattdessen zeichnen sich nach der 0:1-Heimpleite gegen die Lila-Weißen und damit der dritten Niederlage in Folge ohne eigenes Tor dunkle Wolken über dem Millerntor ab.

Bei Eintracht Braunschweig und bei den Würzburger Kickers warten in den nächsten zweieinhalb Wochen bei einem zwischenzeitlichen Heimspiel gegen Erzgebirge Aue zwei Partien, die man mit Blick auf die Tabelle getrost als richtungsweisend bezeichnen darf. Finden die Kiezkicker in diesen Begegnungen nicht in die Erfolgsspur und holen den einen oder anderen Punkt, ist ein längerer Aufenthalt im Tabellenkeller samt Abstiegssorgen kaum mehr zu vermeiden.

Timo Schultz mit Déjà-vu

Bitter ist diese Drucksituation vor allem deshalb, weil die Niederlage gegen Osnabrück zu vermeiden gewesen wäre. Doch abermals erwies sich St. Pauli wie schon vergangene Woche in einer starken Anfangsphase beim SC Paderborn (0:2) im letzten Spielfelddrittel als zu wenig konsequent.

„ Wenn man kein Tor schießt, dann hat man es auch nicht verdient zu gewinnen. ”
Timo Schultz

„Es ist ein bisschen wie ‚Täglich grüßt das Murmeltier‘. Wir machen wieder ein ordentliches Spiel, haben an die 20 Torschüsse und noch zig Situationen, wo der Ball durch den gegnerischen Strafraum fliegt und wir kriegen die Kugel nicht rein“, haderte denn auch Trainer Timo Schultz auf der vereinseigenen Webseite mit der Harmlosigkeit seiner Schützlinge und zog ein ebenso hartes wie berechtigtes Fazit: „Wenn man kein Tor schießt, dann hat man es auch nicht verdient zu gewinnen.“

Dass es bei einem der wenigen gefährlichen Osnabrücker Angriffe in der 86. Minute auch noch das letztlich entscheidende Gegentor setzte, war aus braun-weißer Sicht die negative Krönung eines einmal mehr verkorksten Abends, der sich in dieser Form erst einmal nicht mehr oft wiederholen sollte. Andernfalls ließe sich die mehr und mehr aufkommende Unruhe kaum noch vermeiden.