FC St. Pauli: Die Schlussphase kostet regelmäßig Punkte

0:7-Tore in den letzten 15 Minuten

Ryo Miyaichi

Ryo Miyaichi verpasst gegen den KSC die mögliche Vorentscheidung. © imago images / Beautiful Sports

84 Minuten lang sah der FC St. Pauli am gestrigen Samstag gegen den Karlsruher SC wie der sichere Sieger aus, bevor die Mannschaft von Trainer Jos Luhukay in der Schlussphase den Faden verlor und sich letztlich nach einer 2:0-Führung noch mit einem 2:2 begnügen musste.

Bitter war der Verlust der beiden Punkte vor allem auch deshalb, weil Ryo Miyaichi kurz vor dem Karlsruher Anschlusstor eigentlich zum entscheidenden 3:0 hätte treffen müssen, die große Chance aber vergab. So blieben die Gäste im Spiel und konnten in der Nachspielzeit noch einen Zähler mitnehmen.

St. Pauli ließ unterdessen nicht zum ersten Mal in dieser Saison in der Schlussphase Punkte liegen. Bei Arminia Bielefeld (1:1), beim VfB Stuttgart (1:2), bei Dynamo Dresden (3:3) und gegen Darmstadt 98 (0:1) kassierten die Kiezkicker in den letzten Minuten Gegentore, die inklusive dem gestrigen Remis gegen Karlsruhe insgesamt acht Punkte kosteten.

Generell liest sich St. Paulis Bilanz der Schlussviertelstunde erschreckend. Während nur der 1. FC Nürnberg und Wehen Wiesbaden (je acht) die sieben Gegentore der Kiezkicker in diesem Zeitraum übertreffen, gelang nur der Mannschaft von Trainer Jos Luhukay im Endspurt noch kein einziges Tor.

Vor der Länderspielpause nochmal zu Hause

Obwohl Luhukay selbst sogar schon vor dem Saisonstart die körperliche Verfassung einiger Spieler bemängelt hat und bei nicht wenigen Akteuren nach teils langen Verletzungspausen naturgemäß noch Defizite vorhanden sind, wäre es aber zu kurz gegriffen, alleine darin den Grund für die schwache Bilanz der Schlussphase zu suchen.

Vielmehr fehlte gegen den KSC der letzte Tick Entschlossenheit, die Führung unbedingt über die Zeit zu bringen. „Wir haben nicht mit Vehemenz das 2:0 verteidigt“, beklagte denn auch Sportchef Andreas Bornemann auf der vereinseigenen Webseite, dass ein eigentlich schon geschlagener Gegner am Leben gehalten und sogar aufgebaut wurde.

Unter dem Strich stehen nun inklusive DFB-Pokal fünf sieglose Spiele zu Buche, von denen drei verloren wurden. Damit die letzte Länderspielpause des Jahres nicht unruhig verläuft, sollte es die Luhukay-Elf am Freitag im nächsten Heimspiel gegen den VfL Bochum besser machen – über 90 Minuten und gegebenenfalls auch in der Nachspielzeit.

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