FC St. Pauli: Eine gefühlte Niederlage

Erhoffter Befreiungsschlag gelingt trotz vieler Chancen nicht

Ryo Miyaichi gegen Chris Löwe.

Setzte einige Akzente, blieb aber im Abschluss glücklos: Ryo Miyaichi (l.). ©imago images/Eibner

Die vierte Minute der Nachspielzeit fasste das Heimspiel des FC St. Pauli am Freitagabend gegen Dynamo Dresden gut zusammen. Zunächst landete ein als Flanke gedachter Ball von Christopher Buchtmann an der Latte des Gästetores, bevor Ryo Miyaichi vom Fünfmetereck aus das lange Eck anvisierte, aber nur den Pfosten traf. Weil wenige Augenblicke später der Abpfiff erfolgte, blieb es beim 0:0, mit dem die Kiezkicker mit Blick auf den Spielverlauf nicht zufrieden sein konnten.

19:3-Torschüsse spiegeln die Überlegenheit St. Paulis bestens wider, doch gerade im ersten Durchgang ließ die Mannschaft von Trainer Jos Luhukay reihenweise beste Gelegenheiten aus. Immer wieder stand ein starker Kevin Broll im Gästetor den Versuchen von Viktor Gyökeres, Miyaichi und Co. im Weg.

Nichtsdestotrotz hätten die Kiezkicker vor der Pause in Führung gehen müssen, woran auch Coach Luhukay nach der Partie auf der Vereinshomepage keinen Zweifel ließ: „Wir haben Dynamo Dresden nicht einen Moment in deren Spielaufbau in Ruhe gelassen und wir kriegen fünf bis acht sehr gute Möglichkeiten. Normalerweise hätte das für zwei Spiele gereicht. Dann fehlt nur das erste Tor, um das Spiel zu öffnen.“

VAR verhindert sogar eine Pleite

Der befreiende erste Treffer gelang aber nicht und nach dem Seitenwechsel ließ St. Paulis Wucht dann spürbar nach, was Luhukay vor allem auf einen tiefer und zugleich besser verteidigenden Gegner zurückführte. Unter dem Strich stand ein Unentschieden, über das man am Millerntor aufgrund des vom VAR in der 87. Minute aufgrund einer Schwalbe von Chris Löwe zu Recht zurückgenommenen Elfmeters für Dresden sogar noch froh sein musste.

Es fühlt sich wie eine Niederlage an. (Leo Östigard)

Leo Östigard konnte sich in seinem Statement zur Partie indes nicht über den einen Punkt freuen, der in der Tabelle auch nicht wirklich weiterhilft. „Es fühlt sich wie eine Niederlage an“, so der norwegische Innenverteidiger, der damit die gleiche Sichtweise wie der agile, aber im Abschluss unglückliche Miyaichi hatte. „Den Ball in der letzten Minute muss ich natürlich machen und so fühlt es sich ein bisschen an, als hätten wir heute verloren“, sah auch der Japaner in erster Linie zwei verlorene Punkte, betonte aber auch, „die positiven Dinge“ mitnehmen zu wollen.

Nun steht am kommenden Wochenende das Derby beim HSV an, das aus sportlicher Sicht sicherlich gleichbedeutend mit einer alles andere als einfachen Aufgabe ist. Läuft in den nächsten Tagen alles gegen St. Pauli, müssen die Kiezkicker nach dem verpassten Befreiungsschlag gegen Dresden sogar auf dem Relegationsplatz stehend ins Volksparkstadion und stünden dort trotz der Außenseiterrolle unter Zugzwang.

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