FC St. Pauli: Keine Diskussion um Jos Luhukay

Andreas Bornemann will "nicht in Hysterie verfallen"

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Montag, 08.06.2020 | 07:19

Andreas Bornemann

Andreas Bornemann (r.) will im Endspurt keine Trainerdiskussion. © imago images / Jan Hübner

Immerhin konnte sich der FC St. Pauli nach der eigenen 0:2-Niederlage am Freitagabend beim VfL Bochum damit trösten, dass an den folgenden beiden Tagen der Vorsprung auf den Relegationsplatz und die Abstiegsränge nicht geringer geworden ist. Dank der Niederlagen des SV Wehen Wiesbaden (2:3 gegen Dynamo Dresden) und des Karlsruher SC (0:1 bei Erzgebirge Aue) liegen die Kiezkicker noch immer fünf Punkte vor Platz 16, aber dennoch wird es rund ums Millerntor zunehmend unruhig.

Nicht in erster Linie wegen mittlerweile vier sieglosen Spielen in Folge mit nur zwei Punkten, sondern vor allem auch wegen der alles andere als überzeugenden Leistungen. Momentan hakt es bei St. Pauli in vielen Bereichen, insbesondere aber offensiv, gelangen doch in den fünf Spielen seit dem Re-Start nur magere zwei Tore. Umso unverständlicher ist für nicht wenige Beobachter, dass Trainer Jos Luhukay in drei der letzten vier Spiele in der Startelf auf den vor der Corona-Pause so treffsicheren Henk Veerman verzichtet hat.

Ebenfalls hinterfragt wird, warum in der jetzigen, angespannten Situation ein unerfahrener Youngster wie Christian Viet im zentralen Mittelfeld den Vorzug vor gestandenen Profis wie Marvin Knoll oder Rico Benatelli erhält, die mit ihrer Erfahrung wertvoll sein könnten.

Die Führung steht zu Luhukay

Obwohl die medial immer stärker aufkommende Kritik an Luhukays Maßnahmen inklusive generell vergleichsweise großer Personalrochaden durchaus nachvollziehbar sind, lehnen die Verantwortlichen auf St. Pauli eine Diskussion um den niederländischen Fußball-Lehrer ab. "Wir tun gut daran, uns nicht auseinanderdividieren lassen. Dafür schätze ich auch die Unterstützung durch das Präsidium und unseren Aufsichtsrat sehr", betonte Sportchef Andreas Bornemann gegenüber der Morgenpost in diesem Zusammenhang die gemeinsame Linie aller Verantwortlichen.

„ Es gibt nichts zu beschönigen. ”
Andreas Bornemann

Bornemann macht derweil auch deutlich, die Lage keineswegs zu unterschätzen, mahnt aber auch zu Ruhe: "Es gibt nichts zu beschönigen, aber es bringt auch nichts in die andere Richtung abzugleiten, in Hysterie zu verfallen. Wir gehen kritisch und kontrovers mit der Situation um."

Um weitergehende Unruhe zu verhindern, wäre am Sonntag im Heimspiel gegen Erzgebirge Aue ein Sieg enorm wichtig. Und dieser könnte bei dann 38 Punkten womöglich schon für den Klassenerhalt reichen.

Das Restprogramm des FC St. Pauli