FC St. Pauli: Offensiv ist noch viel Luft nach oben

Nur ein Tor in drei Testspielen

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Sonntag, 30.08.20 | 08:10
Henk Veerman beim FC St. Pauli

Muss ersetzt werden: Der abgewanderte Angreifer Henk Veerman. ©Imago images/Nordphoto

Kurz nach Bekanntgabe der  ablösefreien Verpflichtung von Simon Makienok, der zuletzt in neun Zweitliga-Spielen für Dynamo Dresden drei Tore erzielt hat, trat der FC St. Pauli am gestrigen Samstag zum dritten Testspiel in der Saisonvorbereitung an. Gegen den SV Werder Bremen zogen die Kiezkicker trotz einer insgesamt ordentlichen Vorstellung mit 0:1 den Kürzeren und offenbarten wie schon in den ersten Tests bei Holstein Kiel (1:2) und gegen Aarhus GF Probleme im Offensivspiel.

Wirklich überraschend kommen diese nicht, nachdem mit Henk Veerman (SC Heerenveen), Dimitrios Diamantakos (Hajduk Split) und Viktor Gyökeres (Brighton & Hove Albion) drei Stürmer den Verein verlassen haben, die gemeinsam für 29 von 41 Treffern in der vergangenen Saison verantwortlich zeichneten. Während die jeweils elf Mal erfolgreichen Veerman und Diamantakos definitiv weg sind, besteht bei Gyökeres  zumindest noch die Hoffnung auf eine erneute Ausleihe.

Makienok als neuer Zielspieler

Gegen Bremen begannen Christian Stark aus der zweiten Mannschaft, der als einziger Akteur die gesamten 90 Minuten auf dem Feld blieb, und Neuzugang Maximilian Dittgen als Doppelspitze. Daniel-Kofi Kyereh, der gegen Kiel das bislang einzige Tor der Vorbereitung erzielt hatte und der eigentlich mit Dittgen für die Startelf angekündigt wurde, saß hingegen die gesamte Partie auf der Bank. Möglich, dass der wie Dittgen vom SV Wehen Wiesbaden gekommene Offensivmann nach intensivem Training das Risiko einer Verletzung vermieden werden sollte.

„ Simon ist ein klarer Zielspieler und genau das, wonach wir wieder gesucht haben. ”
Timo Schultz

Weil darüber hinaus Borys Tashchy verletzungsbedingt in den nächsten Tests und wohl auch zum Saisonstart noch keine Option darstellt, könnte Makienok schnell gefragt sein. Der 29 Jahre alte Däne, der schon in Italien, England und den Niederlanden aktiv war, ist für Trainer Timo Schultz der optimale Veerman-Ersatz. „Simon ist allein schon durch seine 2,01 Meter körperlich sehr präsent – also ein klarer Zielspieler und genau das, wonach wir wieder gesucht haben. Darüber hinaus verfügt er über eine herausragende Kopfballtechnik und ermöglicht uns somit weitere Handlungsmöglichkeiten in der Offensive“, freut sich der Coach auf der vereinseigenen Webseite über seinen neuen Mittelstürmer.

Wann Makienok nach einigen Wochen ohne Mannschaftstraining das körperliche Niveau seiner neuen Kollegen erreicht hat, bleibt allerdings abzuwarten. Ebenso, ob St. Pauli zeitnah einen weiteren Stürmer, der dem Kader definitiv gut zu Gesicht stünde, an Land ziehen kann.