FC St. Pauli: Schultz motzt über ruhende Bälle

"Vielleicht sollten wir es ganz lassen"

Autor: Christoph Volk Veröffentlicht: Dienstag, 10.11.2020 | 13:46
Simon Makienok gegen Karlsruhes Jerome Gondorf.

Mit seiner Körpergröße eigentlich prädestiniert für Standardsituationen: Simon Makienok. ©imago images/MIS

Beständig durchgereicht wurde der FC St. Pauli in den vergangenen Wochen. Seit dem 4:2 über Heidenheim warten die „Kiezkicker“ auf einen Sieg, das war Ende September. Beim 0:3 gegen Karlsruhe war Cheftrainer Timo Schultz speziell von der Ausbeute nach Standardsituationen schwer angefressen.

„Vielleicht sollten wir es ganz lassen“, motzte er nun gegenüber der Hamburger Morgenpost, angesprochen auf die Trainingsarbeit bei ruhenden Bällen und in Anbetracht von zehn Eckbällen gegen den KSC, die allesamt wirkungslos verpufften.

Einziges Standard-Tor erzielte der Gegner

Tatsächlich gelang dem FCSP – die beiden Elfmetertore von Rodrigo Salazar gegen Nürnberg und Darmstadt nicht eingerechnet – erst ein Tor nach Standardsituationen. Dafür bedurfte es allerdings der Hilfe des Gegners, als Patrick Schmidt beim eingangs erwähnten Sieg in Heidenheim per Eigentor für die Gäste traf.

Auf dem Papier betrachtet dürfte St. Pauli bei ruhenden Bällen eigentlich gut aufgestellt sein. Marvin Knoll bewies in der Vergangenheit bereits ein feines Füßchen bei Standards, Neuzugang Leart Paqarada stellte dieses in sechs Jahren beim SV Sandhausen regelmäßig unter Beweis. Mit der 2,01 Meter großen Sturmkante Simon Makienok steht zudem ein Zielspieler im Kader, der in gegnerischen Strafräumen eigentlich Lufthoheit genießen dürfte.

Lufthoheit gegen Paderborn?

So sollte es auch auch in Paderborn sein, wo St. Pauli nach der Länderspielpause gefordert sein wird. Dem beim Bundesliga-Absteiger zuletzt gesetzten Innenverteidiger-Duo Uwe Hünemeier (1,89m) und Sebastian Schonlau (1,88m) ist Makienok – zumindest körperlich – ein ganzes Stück überlegen.

Somit wird es neben seinem Timing beim Absprung auch auf die Ausführung der Standards ankommen, wo sich die „Kiezkicker“ zuletzt eine zu große Streuung erlaubten, um den gegnerischen Abwehrverbund ernsthaft in Schwierigkeiten zu bringen. Um die namensgebende Ruhe in ruhenden Bällen auch wieder auf den Platz zu bringen und so die Angreifer überhaupt erst in die Position zu bringen, Kapital daraus schlagen zu können, dürfte Schultz nach dem ersten Frust über das Heimspiel gegen Karlsruhe daher auch im Training verstärkten Wert darauf legen, solche Situationen einzustudieren.