FC St. Pauli: Sogar ein Dreikampf im Tor?

Auch Dennis Smarsch darf sich Hoffnungen machen

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Dienstag, 15.12.20 | 07:34
Svend Brodersen

Aktuell wohl in der Pole Position im Torwart-Dreikampf: Svend Brodersen. © imago images / pmk

Wenn der Begriff Schlüsselspiel zutrifft, dann sicherlich auf das Gastspiel des FC St. Pauli am Mittwoch bei den Würzburger Kickers, gastiert doch der Tabellenvorletzte beim Schlusslicht. Für Würzburg mit erst vier Punkten zwar noch mehr, doch auch für St. Pauli mit mageren acht Zählern aus den ersten elf Partien geht es bereits frühzeitig darum, den Anschluss ans Tabellenmittelfeld nicht zu verlieren.

Dafür benötigen die Kiezkicker nach bisher nur einem Sieg und fünf Unentschieden sowie fünf Niederlagen angesichts von bereits drei Punkten Rückstand auf Relegationsplatz 16 aber eigentlich schon einen Dreier. Sicherlich hilfreich bei diesem Unterfangen wäre, wenn erstmals in dieser Saison hinten die Null stehen würde, sind 21 Gegentreffer in elf Partien (1,91 im Schnitt) doch fraglos zu viele.

Svend Brodersen mit den besten Karten

Ein wesentlicher Faktor für eine stabile Defensive ist der Torhüter, den Trainer Timo Schultz vor dem 2:2 gegen Erzgebirge Aue gewechselt hat. Nachdem Robin Himmelmann in den ersten Wochen der Saison nicht der erhoffte Rückhalt war, erhielt Svend Brodersen das Vertrauen und machte seine Sache trotz der beiden, nicht zu vermeidenden Gegentreffer gut.

Dennoch will sich Schultz im Vorfeld der Partie in Würzburg öffentlich noch nicht darauf festlegen, dass der 23-Jährige erneut beginnen darf. Vielmehr unterstrich Schultz gegenüber Tag24 bei allem Lob für Brodersen auch seine grundsätzliche Wertschätzung für Himmelmann: „Robin hat über acht Jahre bewiesen, dass er ein guter Torwart und ein guter Typ ist. Zuletzt fehlte ihm einfach das Fortune. Und Svend hat sich das verdient, weil er in jedem Training im Anschlag ist.“

„ Die Tür steht für Dennis genauso offen wie für jeden anderen auch. ”
Timo Schultz

Darüber hinaus vergaß Schultz mit Dennis Smarsch auch den dritten Keeper nicht, der sich im bisherigen Saisonverlauf mit Brodersen auf der Bank abwechselte: „Dennis hat ein bisschen gebraucht, um hier anzukommen, auch in den Testspielen. Er arbeitet seit ein paar Wochen richtig gut. Er war jetzt natürlich sehr enttäuscht. Aber die Tür steht für ihn genauso offen wie für jeden anderen auch.“

Nichtsdestotrotz wäre am Mittwoch alles andere als die erneute Aufstellung von Brodersen eine Überraschung. Der langjährigen Nummer zwei bietet sich nun die Chance, sich festzuspielen, zumal in der diesmal sehr kurzen Weihnachtspause die Karten kaum komplett neu gemischt werden dürften.