FC St. Pauli: Weit entfernt von Euphorie

Jos Luhukay offenbart Bedenken

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Sonntag, 14.07.2019 | 07:05
Rico Benatelli im Test gegen eine Stadtauswahl aus Celle.

Einer von zwei Neuzugängen auf St. Pauli: Rico Benatelli. ©imago images/Eibner

Gut zwei Wochen vor dem Auftaktspiel gegen Arminia Bielefeld hält sich beim FC St. Pauli die Vorfreude auf die neue Saison noch in argen Grenzen. Ein wesentlicher Grund dafür ist die sicher noch nicht optimale Personalsituation. Denn mit Rico Benatelli und Boris Tashchy konnten bislang erst zwei Neuzugänge an Land gezogen werden, die allerdings beide das Trainingslager in Mayrhofen vorzeitig beenden mussten.

Während Benatelli und Tashchy den Start verletzungsbedingt zu verpassen drohen, ließ Sportvorstand Andreas Bornemann auf der vereinseigenen Webseite zumindest durchblicken, an der Verstärkung des Kaders zu arbeiten: „Wir warten nicht und sind nicht passiv. Allerdings sind wir davon abhängig, dass irgendwo was ins Rollen kommt. Wir müssen in der Lage sein, schnell zu reagieren“, deutete Bornemann aber wie schon vor einer Woche erneut auch an, dass weitere Transfers noch Zeit in Anspruch nehmen können.

Luhukay beklagt die Verletzungsanfälligkeit

Die fehlenden Neuzugänge sind indes nur ein Grund für die Sorgenfalten von Trainer Jos Luhukay, der zum Ende des Trainingslagers im Zillertal gegenüber der Morgenpost insbesondere auch die vielen Ausfälle in jüngerer Vergangenheit und die generelle Verletzungsanfälligkeit des aktuellen Aufgebots thematisierte.

„ Mehr als die Hälfte des Kaders ist nicht in der Lage, 17 Spiele über 90 Minuten zu machen. ”
Jos Luhukay

„Mehr als die Hälfte des Kaders ist nicht in der Lage, 17 Spiele über 90 Minuten zu machen“, so der niederländische Fußball-Lehrer, der darin auch einen Faktor für den Absturz in der Rückrunde der vergangenen Spielzeit sah. Wegen der Unklarheit, welche Spieler uneingeschränkt eingeplant werden können, machte Luhukay keinen Hehl aus seiner Skepsis im Vorfeld der neuen Saison: „Man kann Träume haben und über Ziele sprechen. Aber ich traue mich heute gar nicht, über Ziele zu sprechen.“

Die Stimmung auf St. Pauli könnte folglich insgesamt deutlich besser sein. Möglich freilich, dass mit dem einen oder anderen Neuzugang doch noch Vorfreude auf die neue Spielzeit geweckt werden kann. Allzu viel Zeit bleibt dafür indes nicht mehr, sollen der oder die Neuen auch noch rechtzeitig integriert werden.