FC St. Pauli: Wohl keine Chance bei Johannes Eggestein

Sturmtalent arbeitet am Durchbruch in Bremen

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Mittwoch, 02.09.20 | 07:30
Johannes Eggestein

Johannes Eggestein (l.) greift in Bremen noch einmal an. © imago images / Christian Schrödter

Keine 24 Stunden nach dem Abgang von Henk Veerman zum SC Heerenveen hat der FC St. Pauli am Samstag mit Simon Makienok einen neuen Stürmer präsentiert. Der wie Veerman 2,01 Meter große Däne ist allerdings aktuell einer von nur drei Angreifern im Kader der Kiezkicker, von denen der vom SV Wehen Wiesbaden geholte Daniel-Kofi Kyereh überdies auch hängend bzw. außen einsetzbar und nicht zwingend für die vorderste Reihe eingeplant ist.

Weil Borys Tashchy seit seiner Ankunft am Millerntor vom Verletzungspech verfolgt wird und folglich zumindest aktuell nicht als vollwertige Alternative einzustufen ist, besteht im Angriff noch zwingend Handlungsbedarf. Das wissen natürlich auch die Verantwortlichen um Trainer Timo Schultz und Geschäftsführer Andreas Bornemann, die sicherlich nicht untätig sind und verschiedene Möglichkeiten abklopfen.

Eggestein mit neuem Anlauf bei Werder

Eine davon war offenbar die Verpflichtung von Johannes Eggestein. Nach Informationen der „Sport Bild“ (Ausgabe vom 02.09.2020) hätte St. Pauli das 22 Jahre alte Sturmtalent von Werder Bremen gerne nach Hamburg geholt, wobei bei einer im Raum stehenden Ablöseforderung von fünf Millionen Euro mehr als eine Ausleihe kaum drin gewesen wäre. Eggestein, der bei weiteren Zweitligisten aus dem In- und Ausland auf dem Zettel gestanden haben soll, will es aber nun in Bremen noch einmal wissen.

Nach einer enttäuschenden Vorsaison, in der der gebürtige Hannoveraner nur auf 14 Einsätze kam und in seiner Entwicklung stagnierte, verläuft die Vorbereitung auf die neue Spielzeit vielversprechend. Auch deshalb, weil Trainer Florian Kohfeldt von seinem Plan abgerückt ist, Eggestein vom zentralen Angreifer zum Mittelfeld- oder Flügelspieler umzufunktionieren.

Zurück in der Spitze präsentiert sich der neunfache U21-Nationalspieler in den Testspielen torgefährlich und ist wieder deutlich näher an der Mannschaft als am Ende der vergangenen Saison, deren letzte neun Partien Eggestein ebenso von der Tribüne aus verfolgen musste wie die Relegationsspiele gegen den 1. FC Heidenheim.

Abzuwarten bleibt freilich, ob sich die Eindrücke aus der Vorbereitung auch im Ernstfall bestätigen. Falls nicht und Eggestein steht im Bundesliga-Alltag wieder nicht auf dem Platz und womöglich gar nicht auf dem Aufstellungsbogen, könnte St. Pauli die Fühler bis Transferschluss am 5. Oktober noch einmal ausstrecken. Aktuell ist dieses Szenario aber eher unwahrscheinlich.