SV Sandhausen: Die Fünferkette als Schlüssel zum Erfolg?

Seit der Umstellung sieben Punkte aus drei Spielen

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Montag, 01.06.20 | 08:08

Tim Kister

Tim Kister hat die Vierer- zur Fünferkette erweitert. © imago images / foto2press

Nach der 1:3-Niederlage beim Re-Start bei Erzgebirge Aue schienen die Aussichten des SV Sandhausen auf ein weiteres Jahr in der 2. Bundesliga immer düsterer zu werden. Zwar standen die Kurpfälzer auch nach jener Pleite am 26. Spieltag noch einen Punkt vor dem Relegationsplatz und zwei Zähler vor dem ersten direkten Abstiegsrang, doch ein knüppelhartes Restprogramm mit Duellen gegen die Top-Drei an den letzten vier Spieltagen schwebte wie ein Damoklesschwert über dem Hardtwald.

Und natürlich war und ist man sich in Sandhausen im Klaren darüber, dass man besser mit einem Polster in die letzten Runden gehen sollte. Enorm wichtig war es deshalb, dass es Trainer Uwe Koschinat nach der Pleite in Aue offenbar gelungen ist, an den richtigen Stellschrauben zu drehen.

Zum ersten Mal in dieser Saison rückte Koschinat nach dem Spiel in Aue von der Viererkette ab, die lange Zeit sogar mit dem identischen Personal besetzt war, und bot zwischen dem gesetzten Innenverteidiger-Duo Gerrit Nauber und Aleksandr Zhirov mit Tim Kister einen dritten zentralen Abwehrspieler auf.

Sechs Punkte Vorsprung

Diese neuformierte Dreier- bzw. Fünferkette hielt beim 0:0 gegen Jahn Regensburg den Laden dicht und hatte bei den folgenden Siegen beim SV Wehen Wiesbaden (1:0) sowie nun gegen Hannover 96 (3:1) auch ihren Anteil am Erfolg. Dass die offensivstarken Außenverteidiger Leart Paqarada und Dennis Diekmeier mehr Freiheiten nach vorne genießen, ist neben der enger besetzten Räume am und im eigenen Strafraum sicherlich ein Vorteil für das Sandhäuser Spiel.

Das auch dank der taktischen Umstellung aufgebaute Polster von sechs Punkten Vorsprung auf Relegationsplatz 16 ist nun zwar angesichts des weiterhin sehr schwierigen Programms noch immer kein Ruhekissen, doch hat der SVS viele Trümpfe in der Hand.

Schon ein weiterer Sieg, der etwa am kommenden Wochenende bei der SpVgg Greuther Fürth oder am vorletzten Spieltag zu Hause gegen Dynamo Dresden nicht unmöglich scheint, könnte für die endgültige Rettung genügen. Mit einer so stabilen Defensivleistung wie zuletzt sollte Sandhausen aber auch gegen die großen Drei nicht chancenlos sein.