1. FC Nürnberg: Eine zukunftsträchtige Torwart-Entscheidung?

Christian Mathenia gegen Aue gesperrt

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Montag, 18.05.20 | 10:36
Felix Dornebusch

Felix Dornebusch darf auf weitere Einsätze hoffen. © imago images / Zink

Die Lage des 1. FC Nürnberg hat sich beim Re-Start der 2. Bundesliga deutlich zugespitzt. Bis auf einen Punkt ist nach der eigenen 0:1-Niederlage beim FC St. Pauli der Vorsprung des Club auf den Relegationsplatz geschrumpft und selbst der erste direkte Abstiegsrang ist nur noch einen Zähler entfernt. Der Druck vor dem Heimspiel am Freitag gegen Erzgebirge Aue ist dementsprechend groß. Alles andere als optimal ist auch, dass Trainer Jens Keller seine zentrale Achse umbauen muss.

Denn Christian Mathenia, der sich just im Hinspiel gegen St. Pauli einen Kniescheibenbruch zugezogen hatte und erst nach der Winterpause wieder seinen Stammplatz im Tor einnehmen konnte, sah am Millerntor nach einer Notbremse gegen Henk Veerman die rote Karte. Weil St. Pauli den fälligen Freistoß nicht verwandeln konnte, wird Mathenia nun aller Voraussicht nach für die kommenden beiden Spiele gesperrt.

Drei gestandene Torhüter über 2020 hinaus unter Vertrag

Auf St. Pauli rückte der im November nachverpflichtete Felix Dornebusch zwischen die Pfosten, war indes beim Gegentor durch Viktor Gyökeres machtlos. Auch gegen Aue hat Dornebusch nun gute Karten. Dabei wäre der 25-Jährige wohl gar nicht mit nach Hamburg gereist, wenn nicht Andreas Lukse hätte passen müssen.

„Lukse hat muskuläre Probleme, deshalb wird Dornebusch als zweiter Torhüter mit dabei sein“, deutete Trainer Jens Keller auf der Pressekonferenz am Freitag zumindest an, dass eigentlich Lukse als Nummer zwei eingeplant war. Dem Österreicher, ohne dessen Muskelfaserriss im Herbst Dornebusch vermutlich gar nicht unter Vertrag genommen wurde, ist damit wohl abermals eine Blessur zum Verhängnis geworden.

Gegen Aue erhält Dornebusch nun wohl nicht nur die Gelegenheit, sich in der internen Hierarchie an Lukse vorbeizuschieben, sondern auch, sich für einen neuen Vertrag zu empfehlen. Keine einfache Aufgabe, da mit Mathenia (bis 2024), Lukse und dem aktuell auch verletzten Patric Klandt (beide bis 2021) drei gestandene Keeper über diese Saison hinaus gebunden sind, zudem Youngster Benedikt Willert Wertschätzung genießt.

Sollte wider Erwarten gegen Aue aber ein womöglich bis Freitag wieder fitter Lukse den Zuschlag erhalten, wäre das Signal an Dornebusch klar. Das schien freilich auch schon bei Kellers Aussage am Freitag der Fall, ehe sich durch Mathenias Platzverweis eine neue Situation ergeben hat – längerfristige Auswirkungen nicht ausgeschlossen.