SV Sandhausen: Engels in die Doppelspitze?

Sein Ex-Trainer Robert Molenaar weckte in ihm den Torriecher

Autor: Simon Thijs Veröffentlicht: Donnerstag, 10.10.2019 | 12:00
Mario Engels jubelt für den SV Sandhausen

Mario Engels durfte in dieser Saison einmal jubeln. ©Imago images/Zink

Einmal durfte Mario Engels bislang im SVS-Trikot jubeln: Beim 3:2-Sieg über den 1. FC Nürnberg erzielte der 25-Jährige den Führungstreffer. Ein weiteres Tor kam bisher nicht dazu – was auch an der Positionierung des Angreifers liegen könnte.

So muss er in Sandhausen meist auf dem linken Flügel ran, während er am Besten in der Spitze aufgehoben ist, wie sein Ex-Trainer Robert Molenaar gegenüber Liga-Zwei.de erzählt. Er beorderte Engels in der vergangenen Saison bei Roda Kerkrade ins Angriffszentrum. „Ich habe ihm nur das Vertrauen gegeben, auf seiner Position zentral seine Qualitäten zu zeigen“ – was Molenaar fast lapidar sagt, war der Grundstein für eine starke Saison mit 24 Toren und elf Vorlagen in 34 Partien der niederländischen zweiten Liga.

Schnelligkeit der Trumpf

Dabei imponierten Molenaar vor allem zwei Stärken des auf seinen früheren Stationen (u.a. 1. FC Köln II, FSV Frankfurt) nicht gerade als Goalgetter bekannten Angreifers: Schnelligkeit und Zielstrebigkeit. „Ich fand ihn besonders gut, wenn er den Raum Richtung gegnerisches Tor nutzte und dem Ball nachlaufen konnte“, so sein Ex-Trainer über Engels, dem laut Molenaar ein System mit mehreren Stürmern liegt.

Im jüngst von Sandhausens Trainer Uwe Koschinat praktizierten 4-1-3-2 System wäre daher eine Beorderung in die Doppelspitze denkbar und zwar genau dann, wenn der SVS auf Konter spielen will. Neben Torgefahr brachte Engels aber eine weitere Sache mit an den Hardtwald: Eine klare Meinung.

Kein Ja-Sager

„Er dachte viel nach über das Spiel und hatte klare Vorlieben, die nicht immer zu meinen Vorlieben passten“, sagt Molenaar. „So hatten wir öfter mal Diskussionen, um zueinander zu finden. Letzten Endes hat das aber immer funktioniert“, gibt der Coach einen Einblick in das Innenleben und weiter: „Ich glaube, ich konnte das Beste aus ihm herausholen.“

Bei Letzterem bekommt Engels weitere prominente Unterstützung und zwar aus der eigenen Familie. Vater Stephan Engels bestritt über 200 Bundesliga-Spiele für den 1. FC Köln, lief achtmal für die deutsche Nationalmannschaft auf. „Ich weiß, dass er an ihm einen Sparringspartner hatte“, so Molenaar, der durchblicken lässt, dass hohe Ansprüche Mario Engels noch besser machten: „Ich fand es wichtig, dass Marios Spiel seinen Qualitäten entsprechen musste.“

Hohe Ansprüche hat Engels auch an sich selbst und muss diesen nun am Hardtwald gerecht werden. Während er an den ersten acht Spieltagen stets seine Einsatzzeiten bekam, saß er zuletzt gegen Aue die kompletten 90 Minuten auf der Bank. Einmal mehr ist also Durchsetzungsvermögen gefragt – was Engels jedoch nicht zuletzt in Kerkrade unter Molenaar bewies.

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