SV Sandhausen: Langer Atem als Erfolgsfaktor

Sechs Punkte mit späten Toren eingefahren

Aziz Bouhaddouz

Aziz Bouhaddouz (r.) traf im Herbst weit in der Nachspielzeit zum 3:2-Sieg gegen Fürth. © imago images / Zink

Angesichts von nur vier Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz und auch nur fünf Zählern zu den beiden direkten Abstiegsrängen wird es für den SV Sandhausen sicherlich kein Selbstläufer, bei Fortsetzung der Saison den Klassenerhalt perfekt zu machen. Würden Fußballspiele nur 87 Minuten dauern, wäre die Ausgangsposition des SVS indes weitaus schlechter. Denn mit vier sehr späten Toren hat Sandhausen in dieser Saison bereit sechs Punkte eingefahren.

Im vorletzten Spiel vor der Corona-Pause beim VfL Bochum (4:4) sowie im November zu Hause gegen Greuther Fürth (3:2) gelangen sogar erst in der Nachspielzeit die letztlich für insgesamt drei Punkte entscheidenden Treffer. Im Hinspiel gegen Bochum traf Aziz Bouhaddouz, der auch gegen Fürth spät zugeschlagen hat, in der 88. Minute zum 1:1 und beim 3:2-Erfolg über den 1. FC Nürnberg sorgte Philip Türpitz in der 89. Minute für großen Jubel beim Team von Trainer Uwe Koschinat.

Nimmt man noch das 3:4 in Bochum in der 85. Minute und den Treffer zum 3:1-Endstand beim VfL Osnabrück hinzu, stehen in der Schlussviertelstunde inklusive Nachspielzeit sechs Tore zu Buche. Und bis auf den Treffer in Osnabrück waren alle entscheidend für Punktgewinne.

Zweitbeste Defensive der Schlussviertelstunde

Zugelassen hat der SVS in dieser Phase nur vier Gegentreffer und damit die zweitwenigsten der Liga nach dem 1. FC Heidenheim (3). Bis auf das letztlich leicht verschmerzbare Anschlusstor des VfB Stuttgart beim 2:1-Heimsieg in der 89. Minute fielen die Sandhäuser Gegentore in der Schlussviertelstunde aber recht früh. Gegen den VfL Osnabrück (0:1), gegen Erzgebirge Aue (2:2) und im bislang letzten Spiel gegen den FC St. Pauli (2:2) musste SVS-Keeper Martin Fraisl zwischen der 77. und 79. Minute den Ball aus dem Netz holen.

Auffällig ist, dass der SVS als einziges Team der Liga auswärts in der Schlussviertelstunde noch kein Gegentor kassiert hat. Ebenfalls positiv kann festgestellt werden, dass es abgesehen vom Spiel gegen Stuttgart stets gelungen ist, die letzten zehn Minuten plus Nachspielzeit ohne Gegentreffer zu überstehen, was sowohl für die Physis als auch für die Konzentrationsfähigkeit der Kurpfälzer spricht.