Wehen Wiesbaden: Der lange Atem fehlt

Schon acht Gegentore in der Schlussviertelstunde

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Mittwoch, 18.09.19 | 13:19
Manuel Schäffler

Manuel Schäfflers Führungstor in Fürth reichte letztlich nicht zu Zählbarem. © imago images / Hartenfelser

In den kommenden beiden Wochen bietet sich dem SV Wehen Wiesbaden gleich zwei Mal in Folge die Chance, vor eigenem Publikum den Bock umzustoßen und endlich den ersten Saisonsieg zu landen. Nacheinander sind Arminia Bielefeld und der VfL Osnabrück zu Gast in der Brita-Arena, wo der SVWW unbedingt Punkte einfahren muss, um nicht frühzeitig abgehängt zu werden.

Am vergangenen Wochenende bei Greuther Fürth (1:2) schnupperte die Mannschaft von Trainer Rüdiger Rehm nach dem Führungstreffer durch Manuel Schäffler am ersten Dreier, doch Gegentore in der 81. Minute und bereits in der Nachspielzeit bedeuteten wieder eine bittere Niederlage.

Dass der SVWW spät Gegentreffer kassiert, war indes nichts wirklich Neues. So ist kein anderes Team in der Schlussviertelstunde auch nur ansatzweise so anfällig wie der Aufsteiger, für den in dieser Phase 2:8-Tore zu Buche stehen. Der 1. FC Nürnberg, der in den letzten 15 Minuten die zweitmeisten Gegentreffer schlucken musste, steht etwa erst bei fünf Gegentoren.

Nachholbedarf bei mehreren Profis

Kassiert eine Mannschaft mehr oder weniger regelmäßig späte Gegentore, ist eine Diskussion über mangelnde Fitness in der Regel nicht weit. Allerdings scheint die Anfälligkeit in der Schlussphase beim SVWW nicht auf ein grundlegendes Fitnessproblem zurückzuführen. Schließlich konnte Wehen Wiesbaden etwa bei den Niederlagen gegen den KSC (1:2) und in Aue (2:3) mit späten Toren noch verkürzen. Und im unglücklich nach Elfmeterschießen verlorenen DFB-Pokal-Spiel gegen den 1. FC Köln kam der SVWW nach einem 0:2 und einem 2:3 zurück, sogar in der Verlängerung.

Diese Spiele freilich fanden zu Beginn der Saison statt, während es in den letzten drei Partien aus Sicht der Rehm-Elf in der Schlussviertelstunde insgesamt 0:6 stand. Dass mehrere Spieler wie Manuel Schäffler oder Daniel-Kofi Kyereh zwischenzeitlich verletzungsbedingt pausieren mussten und der nachverpflichtete Stefan Aigner wochenlang keine Spielpraxis hatte, dient dabei als Erklärungsansatz für fehlende Prozentpunkte am Ende intensiver Spiele.

Eine Rolle in diesem Zusammenhang könnte auch spielen, dass die in Fürth von Beginn an aufgebotenen Marcel Titsch-Rivero, Jakov Medic und Dominik Franke zuvor kaum eingesetzt wurden und so die letzte Matchfitness gar nicht vorhanden sein kann.

Sofern Rückschläge unter der Woche ausbleiben, lässt sich gleichwohl auf die in Fürth gezeigte Leistung aufbauen. Gegen Bielefeld am Samstag sind dann alle Akteure wieder ein Stück weiter, was etwas Anlass zur Hoffnung gibt. Weniger, dass Bielefeld mit zehn Toren im zweiten Durchgang gemeinsam mit dem 1. FC Heidenheim das torgefährlichste Team der zweiten Halbzeit stellt…

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