Wehen Wiesbaden: Mit neuer Abwehrreihe nach Heidenheim

Benedikt Röcker und Sascha Mockenhaupt sind gesperrt

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Dienstag, 19.05.20 | 10:22
Rüdiger Rehm beim SV Wehen Wiesbaden

Muss sich etwas einfallen lassen: SVWW-Trainer Rüdiger Rehm. ©Imago images/Kessler Sportfotografie

Die durch den umstrittenen und von Phillip Tietz in der siebten Minute der Nachspielzeit zum 2:1-Siegtor verwandelten Elfmeter eingefahrenen drei Punkte gegen den VfB Stuttgart haben den SV Wehen Wiesbaden beim Re-Start nahe ans rettende Ufer gebracht. Nur noch ein Zähler trennt den auf dem Relegationsrang liegenden Aufsteiger sowohl vom 1. FC Nürnberg als auch vom SV Sandhausen und selbst der neunte Platz ist nur noch fünf Punkte entfernt.

An mehr als den Klassenerhalt denkt man beim SVWW aber natürlich nicht, zeichnet sich doch angesichts des am Wochenende ebenfalls erfolgreichen Karlsruher SC ein heißes Rennen ab. Klar scheint dabei, dass man sich eine Schwächephase über mehrere Spieltage hinweg kaum noch erlauben darf, um nicht deutlich ins Hintertreffen zu geraten.

Beim 1. FC Heidenheim will Wehen Wiesbaden nun aber ohnehin nachlegen, wohlwissend, dass die Trauben beim Tabellenvierten eher hoch hängen dürften. Erst recht, weil Trainer Rüdiger Rehm mindestens zwei Drittel, womöglich auch die komplette Dreierkette ersetzen muss. Sicher nicht mit dabei sind Sascha Mockenhaupt und Benedikt Röcker, die sich gegen Stuttgart jeweils die fünfte gelbe Karte eingehandelt haben. Zudem bleibt abzuwarten, ob der gegen den VfB mit Oberschenkelproblemen ausgewechselte Niklas Dams auflaufen kann.

Erste Abwehr-Umstellung nach der Winterpause

Wie schwer die drohenden Umstellungen fallen dürften, wird daran deutlich, dass Mockenhaupt an 24 der ersten 26 Spieltage in der Startelf stand, während Röcker seit dem 18. und Dams sogar seit dem achten Spieltag immer begannen. Im Jahr 2020 muss Trainer Rehm somit erstmals im Defensivbereich umbauen.

Sogar eine völlig neue Abwehrkette formieren zu müssen, wird so sicher eine Herausforderung. Es ist aber davon auszugehen, dass Rehm nicht vom bewährten 5-4-1 abrücken wird. Erfüllt sich die Hoffnung auf die Verfügbarkeit von Dams, gilt es zwei Positionen neu zu besetzen. Ein heißer Kandidat ist Kapitän Sebastian Mrowca, der in der Vergangenheit schon mehrfach zentral agiert hat und für den auf der rechten Abwehrseite mit Marvin Ajani oder Moritz Kuhn zwei Alternativen vorhanden wären.

Dominik Franke, gegen Stuttgart als einziger Innenverteidiger auf der Bank, aber seit November nicht mehr im Einsatz, sowie der letztmals Ende Januar berücksichtigte Jakov Medic sind zwei weitere Kandidaten, die sich in der Trainingswoche empfehlen können. Zudem könnte Rehm auch in Betracht ziehen, die im defensiven Mittelfeld nur im zweiten Glied befindlichen Gökhan Gül und Jeremias Lorch in die Abwehrkette zu beordern.