Wehen Wiesbaden: Nicht gut genug?

Keine Diskussionen über Trainer Rehm

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Montag, 23.09.19 | 08:12
Christian Hock, Rüdiger Rehm

Noch erhält Rüdiger Rehm (r.) von Sportdirektor Christian Hock Rückendeckung. © Imago images / Jan Huebner

Zum dritten Mal an den letzten vier Spieltagen ist der SV Wehen Wiesbaden am gestrigen Samstag gegen Arminia Bielefeld in Führung gegangen, doch am Ende herrschte beim Aufsteiger wieder einmal Ernüchterung. Letztlich zog der SVWW gegen starke Ostwestfalen mit 2:5 den Kürzeren und ziert auch nach sieben Runden noch sieglos und mit lediglich einem Pünktchen das Tabellenende.

Hinzu kommt ein katastrophales Torverhältnis von 9:23. Insbesondere die 23 Gegentore bedeuten ligaweit den mit Abstand schwächsten Wert. Der VfL Bochum steht mit der zweitschwächsten Defensive erst bei 15 Gegentreffern.

Davon, Trainer Rüdiger Rehm für den völlig verpatzten Start verantwortlich zu machen und Konsequenzen personeller Natur zu ziehen, ist man bei Wehen Wiesbaden aber noch weit entfernt. „Über den Trainer diskutierten wir nicht. Alle Gegentore haben wir durch individuelle Fehler bekommen. Jeder lange Ball von Bielefeld war am Ende gefährlich. Viele Spieler haben mit der Härte, der Robustheit und der Zweikampfführung in der 2. Liga Probleme“, verhinderte Sportdirektor Christian Hock gegenüber dem Wiesbadener Kurier eine Debatte über Trainer Rehm schon im Ansatz und sieht die Probleme stattdessen in der Mannschaft.

Nur in der ersten Viertelstunde gut im Spiel

Rehm zielte in seiner Analyse nach dem Spiel in erster Linie auf die viel zu anfällige Defensive und erklärt in der „Sportschau“, schlichtweg nicht gut genug zu verteidigen.

Die Frage, ob der SVWW insgesamt nicht genug genug für die 2. Bundesliga ist, muss man sich freilich beim Blick auf die verheerende Zwischenbilanz auch stellen. Die individuellen Fehler im Defensivverhalten ziehen sich ebenso wie viele späte Gegentore schon durch die gesamte Saison und das in verschiedenen personellen Besetzungen.

Während die Rehm-Elf meist noch gut beginnt und in der ersten Viertelstunde sogar eine positive Bilanz von 2:1-Toren aufweist, liest sich die Statistik schon in den 15 Minuten vor der Pause (2:5) alles andere als gut. Im zweiten Durchgang sind es sogar 4:14-Tore, womit im Laufe der vergangenen Wochen schon einige durchaus mögliche Punkte liegen gelassen wurden.

Auch, dass nach der ordentlichen Vorstellung bei Greuther Fürth (1:2) zum ersten Mal in dieser Saison eine unveränderte Startelf auflaufen konnte, brachte nicht den gewünschten Erfolg. Zumindest gegen Bielefeld konnte der SVWW trotz des guten Starts samt früher Führung durch Manuel Schäffler den positiven Eindruck aus der Vorwoche nicht bestätigen.

Dass im Kader nur wenig Zweitliga-Erfahrung vorhanden ist, dürfte insbesondere in einer angespannten Lage wie im Moment nicht förderlich sein. Weitere Nachbesserungen sind indes abgesehen von vertragslosen Spielern, die eher selten zu Soforthilfen werden, bis zum Winter nicht mehr möglich. Letztlich muss es das vorhandene Personal richten und schon kommende Woche gegen den VfL Osnabrück gewinnen.

Andernfalls würde das aktuell fünf Punkte entfernte rettende Ufer in noch weitere Ferne rücken und womöglich doch eine Trainerdiskussion entstehen. Weitere Optionen, für einen neuen Impuls zu sorgen, wären jedenfalls kaum vorhanden.

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