Wehen Wiesbaden: Einspruch gegen Spielwertung

"Im Sinne des Fußballs"

Martin Petersen im Spiel Dynamo Dresden gegen Wehen Wiesbaden

Redebedarf: Nicht nur die SVWW-Spieler waren mit der Entscheidung von Martin Petersen (l.) nicht einverstanden. ©Imago images/Hentschel

Update (14:15 Uhr):
Der SV Wehen Wiesbaden hat am Montagnachmittag offiziell per Pressemitteilung bestätigt, dass er gegen die Wertung der Partie gegen Dynamo Dresden Einspruch einlegt. „Dass Übersehen wurde, dass der Ball bereits im Toraus war, führte zunächst zu einem Vorteil für Dynamo und nicht für uns. Zudem ist dies dann aus unserer Sicht eine neue Spielsituation“, so Geschäftsführer Nico Schäfer, der sich mit seinem Einspruch auf Paragraph 17 Abschnitt 2c der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB stützt.

Gleichzeitig machte sich Schäfer für eine generelle Überarbeitung des Videobeweises stark: „Mit der Einführung des VAR wird in Deutschland Pionierarbeit geleistet, so dass es immer wieder zu Anpassungen auf Grund von strittigen Situationen kommen muss. Wir sind zwar der Überzeugung, dass der VAR mit bestem Wissen mit einem entsprechenden Regelwerk eingeführt worden ist, dieses muss aber einer dauerhaften Überprüfung unterzogen werden. Dies wollen wir mit unserem Einspruch im Sinne des Fußballs erreichen.“ 

Ursprünglicher Artikel:
Es war der Aufreger in der Partie Dynamo Dresden gegen den SV Wehen Wiesbaden: Manuel Schäffler erzielte das vermeintliche 1:0 für die Gäste, deren Jubel jedoch jäh abgebrochen wurde. Der Videobeweis meldete sich.

Was war passiert? In der Aktion zuvor befand sich Dynamo Dresden im Angriff, SGD-Stürmer Alexander Jeremejeff erlief einen Ball noch knapp vor der Torauslinie und spitzelte ihn in den Strafraum – so weit, so harmlos. Danach ging es ohne Spielunterbrechung weiter, es kam zum eingangs angesprochenen SVWW-Angriff samt Tor.

Dann schaltete sich der VAR ein und meldete, dass der Ball im Dresdner Angriff bereits hinter der Linie gewesen sei. Der Schiedsrichter nahm daraufhin das Tor der Wiesbadener zurück – was möglich war, da seit der entscheidenden Szene eben keine Spielunterbrechung erfolgte.

Einspruch? Bestätigung steht noch aus

Als der Unparteiische Martin Petersen den SVWW-Verantwortlichen die Entscheidung mitteilte, herrschte Fassungslosigkeit bei Trainer Rüdiger Rehm und Geschäftsführer Christian Hock – die die Entscheidung allerdings nun offensichtlich nicht auf sich sitzen lassen wollen.

So meldet der Kicker, dass Wehen Wiesbaden beim DFB Einspruch gegen die Wertung der Partie eingelegt habe. Ist dies der Fall, beziehen sich die Hessen wohl auf Paragraph 17 Abschnitt 2c der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB.

Demnach könne bei einem „Regelverstoß des Schiedsrichters“ Einspruch erhoben werden und zwar dann, „wenn der Regelverstoß die Spielwertung als verloren oder unentschieden mit hoher Wahrscheinlichkeit beeinflusst hat“, heißt es in den Statuten des DFB.

Welchen Erfolg der Einspruch hätte, darüber ist aktuell nur zu mutmaßen. Das DFB-Sportgericht müsste dann in diesem Fall tätig werden und darüber entscheiden. Einsprüche gegen die Spielwertung sind in dieser Saison in Liga zwei nichts neues, wohl aber der Grund, nämlich, dass eine Entscheidung des VAR hinterfragt wird. Eine offizielle Bestätigung des Vereins sowie ein Statement stehen unterdessen noch aus.

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