VfB Stuttgart: Hinrunden-Rückblick

So lief der 1. Teil der Saison 2016/17

Simon Terodde, Top-Torjäger des VfB Stuttgart.

Hat seine Jubelpose schon 11-mal gezeigt: Stuttgarts Angreifer Simon Terodde. ©Imago

Es ist das alte Lied: Als Absteiger aus der Bundesliga gehörst du automatisch zu den absoluten Top-Kandidaten auf den Aufstieg. Beim VfB Stuttgart war das vor dieser Saison nicht anders. Jos Luhukay war der auserwählte Trainer, der die Schwaben so schnell wie möglich wieder ins Fußball-Oberhaus führen sollte. Doch der Niederländer war selbst schneller weg, als manch einer gucken konnte. Nun ist es Hannes Wolf, der den direkten Wiederaufstieg bewerkstelligen soll.

0:5 als Hallo-Wach-Signal

Luhukay trat nach nur vier Spieltagen (zwei Siege, zwei Niederlagen) zurück. Grund dafür waren Differenzen mit der Führungsetage um Sportvorstand Jan Schindelmeiser. Als Interimstrainer wurde Olaf Janßen eingesetzt, er brachte die Mannschaft mit Erfolgen in Kaiserslautern und gegen Braunschweig wieder auf Kurs. Mit der Verpflichtung von Hannes Wolf sorgte der VfB dann für eine echte Überraschung – kein erfahrener Coach wurde geholt, sondern ein junger Trainer, der zuletzt die U19 des BVB unter seinen Fittichen hatte.

Wolfs Heimdebüt war vielversprechend, es gab ein überzeugendes 4:0 gegen Fürth. Doch nur eine Woche später folgte der absolute Tiefpunkt: Mit 0:5 mussten sich die Stuttgarter bei Aufsteiger Dynamo Dresden geschlagen geben. Im Nachhinein war das aber wohl der Wachrüttler, denn es folgten fünf Siege und ein Remis aus den nächsten sechs Spielen. Zum Hinrunden-Ende kassierte der VfB dann aber doch noch einmal zwei Pleiten in Folge (gegen Hannover und in Würzburg).

Effektiv ohne Ende

Überragender Mann der Hinrunde war der vor der Saison aus Bochum gekommene Simon Terodde. Der 28-Jährige hatte zwar kleinere Anlaufschwierigkeiten, doch nach einem Muskelfaserriss Mitte der Hinserie drehte er so richtig auf: Neun seiner elf Treffer erzielte er an den vergangenen acht Spieltagen, darunter war ein Dreierpack gegen Arminia Bielefeld. Aber auch Teroddes Kollegen zeigten sich: 30 Tore haben die Schwaben bereits auf dem Konto, zudem hat keine Mannschaft mehr Treffer vor dem Seitenwechsel geschossen (15).

Dass es so oft im gegnerischen Kasten geklingelt hat, liegt natürlich vor allem an der überragenden Chancenverwertung: Rund 22% der Möglichkeiten werden genutzt, keine Mannschaft im Fußball-Unterhaus ist effektiver. Das Problem des VfB ist also eher in der Defensive zu suchen. Bereits 21 Gegentreffer ließ die Hintermannschaft zu, mehr als jedes anderes Team in den Top 8 der 2. Bundesliga. Wenn die Mannschaft hier noch stabiler wird, dann steht dem direkten Wiederaufstieg wohl nicht mehr viel im Wege.