Dynamo Dresden: Schlafmützigkeit kostet viele Punkte

Schwache Bilanz in den ersten 30 Minuten

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Donnerstag, 30.04.2020 | 10:00
Kevin Broll

Kevin Broll war im Dynamo-Tor häufig der Leidtragende. © imago images / Steffen Kuttner

Dafür, dass Dynamo Dresden nach 25 Spieltagen mit nur 24 Punkten das Tabellenende der 2. Bundesliga ziert, gibt es eine Reihe von Gründen. Die mit 25 Toren schwächste Offensive der Liga gehört ebenso dazu wie häufige Schnitzer im Defensivverhalten, wenngleich immerhin fünf andere Klubs noch mehr Gegentore zugelassen haben als die SGD (41).

Geht man etwas tiefer in die Analyse, fällt auf, dass Dynamo in vielen Spielen schon früh auf die Verliererstraße geraten ist. 3:13 Tore lautet die desaströse Bilanz der ersten 30 Spielminuten, die in diesem Zeitraum die mit Abstand schlechteste ist. Die anfängliche Schlafmützigkeit hat damit unter dem Strich sicherlich ihren Beitrag zur aktuell misslichen Tabellensituation geleistet, zumal im Spiel nach vorne zu häufig die Mittel fehlten, um zurückzukommen.

Deutliche Verbesserungen unter Kauczinski

Allerdings machen die Zahlen seit dem Amtsantritt von Trainer Markus Kauczinski in defensiver Hinsicht Hoffnung. Nur gegen Darmstadt 98 (2:3) und gegen Erzgebirge Aue (2:1) kassierte Dynamo unter Kauczinski Gegentore in der ersten halben Stunde. Allerdings gelang auch nur gegen Darmstadt ein früher eigener Treffer, wobei im Derby gegen Aue noch die Wende glückte. Gleich in sieben der neun Spiele unter dem neuen Coach stand es unterdessen nach 30 Minuten noch 0:0.

Hinten stabil zu stehen und keinen Rückständen nachlaufen zu müssen, ist aber sicherlich die Basis, um den drohenden Abstieg doch noch vermeiden zu können. Dass dank der Winterneuzugänge um Patrick Schmidt die Offensive deutlich gefährlicher geworden ist und insbesondere in späteren Phasen eines Spiels immer für ein Tor gut scheint, lässt in Kombination mit den unter Kauczinski generell von durchschnittlich 2,23 auf nur noch 1,33 pro Spiel gesenkten Gegentoren realistische Hoffnungen auf den zwischenzeitlich schon fast außer Reichweite geratenen Klassenerhalt zu.