1. FC Heidenheim: Eine bittere Erfahrung

Verletzung von Timo Beermann als Knackpunkt

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Dienstag, 07.07.20 | 07:03
Timo Beermann

Beim Aufwärmen verletzt: Timo Beermann. © imago images / foto2press

Die Ausgangsposition war zwar nach dem torlosen Hinspiel im Weserstadion nicht überragend, ließ aber ausreichend Raum für die Hoffnung auf den erstmaligen Bundesliga-Aufstieg. Der Traum des 1. FC Heidenheim erhielt im Relegations-Rückspiel gegen Werder Bremen aber bereits in der dritten Minute durch ein unglückliches Eigentor, dessen Klärungsversuch unhaltbar für Kevin Müller im eigenen Kasten gelandet war, einen herben Dämpfer.

In der Folge war der FCH zwar bemüht und durfte nach dem Ausgleich durch Tim Kleindienst in der 85. Minute noch einmal hoffen, ehe ein verlorener Zweikampf von Pechvogel Theuerkauf in der vierte Minute der Nachspielzeit zum 1:2 führte und letztlich der finale Nackenschlag war. Das 2:2 von Kleindienst per Elfmeter in der achten Minute der Nachspielzeit kam dann zu spät.

Die Enttäuschung ist groß
„ Wir haben in der Relegation kein Spiel verloren und es trotzdem nicht geschafft. Das ist brutal. ”
Kapitän Marc Schnatterer

Die Enttäuschung bei den Heidenheimer Protagonisten war nach dem Schlusspfiff natürlich groß. Insbesondere auch deshalb, weil letztlich die aufgrund der Geisterspiele sicherlich zu hinterfragende Auswärtstorregel den Ausschlag gegeben hat. „Wir haben in der Relegation kein Spiel verloren und es trotzdem nicht geschafft. Das ist brutal“, haderte auf der vereinseigenen Webseite längst nicht nur Kapitän Marc Schnatterer mit dem unter dem Strich bitteren Verlauf der beiden Partien.

Norman Theuerkauf als Pechvogel

Dass ausgerechnet Routinier Theuerkauf, der eigentlich als Linksverteidiger geplant war, aber kurzfristig nach innen beordert werden musste, Anteil an beiden Gegentoren hatte, macht das Scheitern noch bitterer. „Timo Beermann hat sich in der letzten Aktion beim Warmmachen verletzt. Wir mussten dann wechseln und umstellen. Als wir uns noch sortiert haben, bekommen wir schon das 1:0 bzw. machen es als Eigentor selber. Dann war es ein komplett anderes Spiel“, sah Trainer Frank Schmidt in der Rochade einen Knackpunkt und damit auch seinen Matchplan über den Haufen geworfen.

Keinen Hehl machte unterdessen auch Schmidt aus seiner großen Enttäuschung, die mutmaßlich noch einige Tage andauern wird. Dann aber kündigte der FCH-Coach an, die kommende Spielzeit wieder mit voller Energie angehen zu wollen: „Wir werden den Kopf hochnehmen und werden mit der notwendigen Pause jetzt wieder die Kräfte sammeln, um nächste Saison in der 2. Liga gut vorbereitet zu sein und wieder eine gute Saison zu spielen.“

Zuzutrauen ist es dem FCH auf jeden Fall. Auch, wenn es wie im Vorjahr wieder zum Verlust von Leistungsträgern wie Niklas Dorsch kommen sollte, die mit ihren Leistungen andernorts Begehrlichkeiten geweckt haben.