1. FC Heidenheim: Offensiv noch auf Lösungssuche

Viele Optionen, aber noch keine optimale Formation

Autor: Johannes Ketterl Veröffentlicht: Mittwoch, 14.10.20 | 08:10
Patrick Schmidt

Bislang in allen Pflichtspielen in der Startelf: Patrick Schmidt. © imago images / Philipp Szyza

Voraussichtlich ohne Trainer Frank Schmidt, der wegen einer Entzündung im Bauchraum stationär im Krankenhaus behandelt werden muss, wird der 1. FC Heidenheim die Reise zum Auswärtsspiel am Sonntag bei Erzgebirge Aue antreten müssen. Aber auch mit Co-Trainer Bernhard Raab als Schmidt-Vertreter hofft der FCH auf Zählbares, muss sich dafür im Vergleich zum jüngsten 0:0 gegen den SC Paderborn aber vor allem in der Offensive steigern.

Chancen für einen Sieg waren gegen den Bundesliga-Absteiger zwar ausreichend vorhanden, doch fehlte im Abschluss der letzte Tick Entschlossenheit und Präzision. Generell gilt, dass der FCH noch keine funktionierende Offensive gefunden hat, was nach einem größeren Personalwechsel und dem Abgang von Torjäger Tim Kleindienst indes auch nicht gänzlich überraschend kommt.

An den ersten drei Spieltagen bot Trainer Schmidt zweimal ein 4-3-3 mit nur einem Mittelstürmer auf und setzte lediglich bei der 2:4-Niederlage beim FC St. Pauli auf das in den vergangenen Jahren zumeist bewährte 4-4-2 mit Doppelspitze. Ausreichend Personal ist freilich für beide Grundordnungen vorhanden.

Nachdem sich Maximilian Thiel nach längerer Verletzungspause wieder herangearbeitet hat, stehen für den linken Flügel mit Florian Pick, Tobias Mohr und eben Thiel drei Optionen zur Auswahl. Rechts offensiv können Routinier Marc Schnatterer und Robert Leipertz eingesetzt werden. Hinzu kommt mit Merveille Biankadi eine weitere Alternative für beide offensiven Außenbahnen.

Wird Schmidt zur neuen Konstante?

Im Sturmzentrum hoffen neben Leipertz auch Stefan Schimmer, Patrick Schmidt, David Otto, Denis Thomalla und Christian Kühlwetter auf Einsätze. Die besten Karten hat dabei bislang der von Dynamo Dresden zurückgekehrte Schmidt, der in allen vier Pflichtspielen von Beginn an ran durfte und beim 2:0-Sieg im Auftaktspiel gegen Eintracht Braunschweig auch traf. Möglich, dass Schmidt zu der Konstante wird, die Kleindienst war, der 2019/20 bei allen seinen 27 Einsätzen von Beginn an auflief.

Sich seines Platz sicher sein kann sich allerdings aktuell noch kein Heidenheimer Offensivspieler. In der vergangenen Saison wechselte Trainer Schmidt abgesehen von Kleindienst in den vorderen Reihen munter durch und profitierte dabei auch von der Breite des Kaders. Bezüglich der Qualität in der Spitze waren allerdings Zweifel erlaubt. Denn 45 erzielte Tore waren für einen Tabellendritten sicherlich kein Ruhmesblatt.

Mit vier Treffern an den ersten drei Spieltagen befindet sich der FCH nun wieder auf einem ähnlichen Kurs, hat aber natürlich noch ausreichend Gelegenheiten, die Quote zu verbessern. Ein gut abgestimmtes Offensivpersonal wäre dabei sicher nicht von Nachteil.