1. FC Heidenheim: Schmidts Kniffe greifen

Plan gegen Greuther Fürth geht auf

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Samstag, 05.12.2020 | 16:38
Frank Schmidt beim 1. FC Heidenheim

Frank Schmidt münzte seine Beobachtungen in gute Umstellungen um. ©Imago images/foto2press

Never change a winning team – ein geflügelter Satz im Fußball. Der 1. FC Heidenheim war nach der zuletzt starken Serie von sieben Punkten aus drei Spielen vor dem Spiel gegen Greuther Fürth jedoch zu Änderungen gezwungen, da ausgerechnet Andreas Geipl, der zuvor in jeder Partie in der Startelf stand, verletzungsbedingt ausfiel.

FCH-Coach Frank Schmidt machte aus der Not eine Tugend. So übernahm Dzenis Burnic den Part von Geipl im zentralen Mittelfeld, während Tobias Mohr für Oliver Steurer in die Mannschaft kam und die linke Außenbahn beackerte. Hinter ihm  agierte Norman Theuerkauf als linkes Glied einer Dreier-Abwehrkette.

Bei gegnerischem Ballbesitz verschob sich die Heidenheimer Defensive, wenn sich Mohr zurückfallen ließ, in ein verkapptes 5-3-2, bei eigenem Ballbesitz zeigte Mohr hingegen starken Offensivdrang, Theuerkauf besetzte die Räume hinter ihm und hatte erheblichen Spielraum – und der große Aktionsradius gefiel dem Routinier sichtlich.

Theuerkaufs wertvolle Tore

So sprintete er in der 60. Minute nach vorne, eigentlich mit dem Gedanken, bei Ballverlust sofort ins Gegenpressing zu gehen, nutzte dann den Raum, erhielt die flache Hereingabe von Mohr und vollendete gekonnt – kein Zufall, dass der Treffer über die gut abgestimmte linke Seite fiel.

Theuerkaufs Tore sind selten, aber effektiv. In der vergangenen Saison traf der Abwehrmann zweimal – beide Spiele gewann der 1. FC Heidenheim mit 1:0 und das gleiche Ergebnis stand letztlich gegen Fürth zu Buche, da der FCH über die gesamte Spielzeit gegen die beste Offensive der Liga nicht viel zuließ.

Zustande kam der Sieg aufgrund des Mutes, das in den vergangenen Partien erfolgreiche 4-4-2-System anzupassen und auf ein dem Gegner abgestimmtes 3-5-2 umzustellen.

Belohnt wird die Courage mit Tabellenplatz acht, den Heidenheim nach dem Samstag innehat und mit warmen Worten des Trainers: „So wünscht man sich das, wenn man einen gewissen Plan hat gegen einen starken Gegner“, wird Frank Schmidt auf der Vereinshomepage zitiert und weiter: „Das war eine richtig starke Mannschaftsleistung.“