1. FC Heidenheim: Was wurde aus den Abgängen 2019?

Robert Glatzel, Nikola Dovedan & Co.

Robert Glatzel überspringt Ingolstadts Maergim Mavraj.

War in der Vorsaison im FCH-Dress kaum zu stoppen: Robert Glatzel. ©imago images/Eibner

13 Tore musste der 1. FC Heidenheim im Sommer abgeben – und zwar in Person von Robert Glatzel. Der Angreifer spielte groß auf, traf im Schnitt bei jedem zweiten Einsatz und trumpfte auch mit seinem Dreierpack beim irren 4:5-Spektakel im Pokal-Viertelfinale gegen den FC Bayern auf.

Das rief Cardiff City auf den Plan, der Klub aus Wales startet in der 2. englischen Liga und lockte Glatzel auf die Insel. „Es ist auf jeden Fall ein Riesenunterschied zu Deutschland, deswegen ging es nicht ganz so schnell mit der Anpassung“, blickt der gebürtige Münchner gegenüber Liga-Zwei.de auf seine Anfangszeit in der Hafenstadt zurück.

Es geht natürlich körperlich viel mehr zur Sache (Robert Glatzel über die Unterschiede zwischen Deutschland und England)

Die verlief bisher durchwachsen. Während die „Bluebirds“ im Tabellenmittelfeld stecken, konnte auch der 25-Jährige seinen Torriecher noch nicht wie in Heidenheimer Zeiten unter Beweis stellen. Zwei Treffer erzielte er bis dato in elf Einsätzen, was aber auch in einer großen Umstellung begründet liegt.

Es geht natürlich körperlich viel mehr zur Sache“, kann er das Bild vom robusten und auf Physis beruhendem englischen Fußball bestätigen. „Genauso sind hier die Spieler noch athletischer“, hat er einen weiteren Unterschied zwischen Championship und 2. Liga ausgemacht.

Diese im Allgemeinen und das Geschehen auf der Ostalb im Speziellen hat er auch weiterhin im Visier. „Ich habe mit Denis Thomalla und Niklas Dorsch regelmäßig Kontakt und wir reden auch oft, wie das Spiel jeweils war“, glühen die Drähte zwischen Cardiff und Heidenheim. Sollte es der Spielplan auf der Insel zulassen, flimmert auch der FCH durch sein Wohnzimmer: „Die Highlights schaue ich immer. Wenn es auch mal zeitlich klappt, dann schaue ich auch ein Spiel live.“

Robert Glatzel (m.) gegen Ryan Tunnicliffe und Jacob Butterfield von Lutton Town.

In der 2. englischen Liga geht es für Robert Glatzel (m.) deutlich körperbetonter zur Sache. ©imago images/Uk Sports Pics Ltd

Die übrigen Abgänge:

Nikola Dovedan
Ein weiterer Leistungsträger musste in Person von Nikola Dovedan ersetzt werden, der sich Nürnberg anschloss. Individuell läuft es für den Offensiv-Allrounder mit zwei Treffern und drei Vorlagen, nach dem Trainerwechsel wird er sich unter Jens Keller jedoch neu beweisen müssen.

Robert Andrich
Nach oben ging es für den Mittelfeldspieler, der sich Aufsteiger Union Berlin anschloss und dort noch keine Minute in der 1. Bundesliga verpasste. Mit Andrich als Lenker etablierten sich die „Eisernen“ im Tabellenmittelfeld, müssen nach der Länderspielpause gegen Gladbach aber auf den 25-Jährigen verzichten, der gegen den Tabellenführer gelbgesperrt fehlt.

Tim Skarke
Das Eigengewächs kam im Vorjahr nur unregelmäßig zum Einsatz und entschied sich für eine Luftveränderung. Die führte den 23-Jährigen nach Darmstadt, wo er an jedem Spieltag auf dem Platz und neun Mal in der Startelf stand. Mit zwei Treffern in den ersten beiden Spielen erwischte Skarke zudem einen Einstand nach Maß, seitdem kam nur noch eine Torvorlage hinzu.

Matthias Köbbing
An Kevin Müller war kein Vorbeikommen, so schlug der Torhüter nach zwei Jahren ohne Einsatz seine Zelte in Heidenheim ab und beim FC Homburg auf. Beim Tabellenvierten der Regionalliga Südwest ist er die Nummer zwei hinter David Salfeld, durfte sich jedoch in den ersten beiden Runden des Saarlandpokals zeigen und blieb dort ohne Gegentreffer.

Gökalp Kilic
Nach dem Abgang von Andrich durfte Eigengewächs Kilic hoffen, mehr Einsatzzeit zu erhalten. Dies erfüllte sich allerdings nicht, woraufhin der 19-Jährige in die Regionalliga nach Ulm verliehen wurde. Bei den „Spatzen“ wartet der zentrale Mittelfeldspieler nach zwei Bankplätzen aber noch auf seinen ersten Einsatz und muss sich Trainer Holger Bachthaler weiterhin im Training anbieten.

Oliver Steurer
Auch der Verteidiger verließ die Ostalb auf Leihbasis und läuft diese Saison für Uerdingen in der 3. Liga auf. Beim ambitionierten Klub erkämpfte er sich zu Saisonbeginn seinen Stammplatz. Nach einer Viruserkrankung, die ihn fünf Spiele kostete, wurde er zuletzt zwei Mal als Linksverteidiger aufgeboten.

Kolja Pusch
Nachdem der offensive Mittelfeldspieler bereits die vergangene Rückrunde an Admira Wacker Mödling verliehen war, löste er seinen Vertrag in Heidenheim auf und schloss sich dem Klub fest an. Zwar ist Pusch im Mittelfeld gesetzt, sportlicher Erfolg will sich aber noch nicht einstellen: Wacker liegt nach 14 Spieltagen auf dem letzten Tabellenplatz.

Tobias Reithmeir
Auch der Vertrag des 20-Jährigen wurde aufgelöst, auch ihn verschlug es anschließend nach Österreich. Ende August heuerte er beim Zweitligisten Lustenau an. Beim Klub aus dem Tabellenmittelfeld kam er bisher ein Mal als Einwechselspieler zum Zug.