VfB Stuttgart: Wird Markus Gisdol neuer Trainer?

Robin Dutt erwägt Rücktritt

Markus Gisdol von Hoffenheim

Zurück nach Schwaben? Der gebürtiger Geislinger Markus Gisdol trainierte von 2005 bis 2007 die Stuttgarter U-17. ©Imago

Auch zwei Tage nach dem Abstieg aus der Bundesliga herrscht beim VfB Stuttgart Tristesste. Am gestrigen Sonntag wurde aber zumindest mit den Aufräumarbeiten begonnen und zwei Verantwortliche sind nicht mehr länger im Amt.

Dafür übernehme ich die Verantwortung. (Bernd Wahler)

Neben Trainer Jürgen Kramny, dessen Aus erwartet wurde, der aber noch einen Vertrag bis 2017 besitzt und möglicherweise zur zweiten Mannschaft zurückkehrt, hat auch Präsident Bernd Wahler die Konsequenzen aus dem Abstieg gezogen und erklärte seinen Rücktritt: „Es ist noch immer unfassbar, wir sind abgestiegen. Dafür übernehme ich die Verantwortung. Als Konsequenz, und in Absprache mit dem Aufsichtsrat, lege ich mein Amt als Präsident des VfB Stuttgart nieder“, so Wahler in einem offiziellen Statement auf der VfB-Webseite.

Dutt stellt sich der Verantwortung

Der Aufsichtsratsvorsitzende Martin Schäfer akzeptierte Wahlers Entschluss und kündigte an, dass die Gremien des VfB Stuttgart „zeitnah zusammenkommen und gemeinsam über kurzfristig erforderliche Maßnahmen, aber auch über mittel- und langfristig notwendige Veränderungen beraten und anschließend die entsprechenden Entscheidungen treffen“ werden.

Die erste Frage wird natürlich sein, welchen Teil der Verantwortung habe ich. (Robin Dutt)

Diskutiert wird dann sicherlich auch über Sportvorstand Robin Dutt, der am Sonntagabend im „SWR“ keinen Hehl daraus machte, seinen Anteil am Misserfolg zu haben und deshalb zwischen den Zeilen auch einen Rücktritt nicht ausschloss: „Ich denke, dass wir in den nächsten Tagen schon einige Fragen beantworten müssen. Die erste Frage wird natürlich sein, welchen Teil der Verantwortung habe ich.“

Trainerfrage hat oberste Priorität

Aktuell ist alles andere als unwahrscheinlich, dass auch Dutt bald Geschichte ist in Stuttgart und der VfB mit komplett neuer Führungscrew in die Zukunft startet. Oberste Aufgabe der künftigen Verantwortlichen ist es dann, den sportlichen Bereich so aufzustellen, dass in einer starken 2. Bundesliga der Aufstieg gelingen kann.

Die vielleicht wichtigste Personalie ist dabei sicherlich der Trainer. Es kursieren bereits seit längerem einige Namen wie Frank Schmidt (1. FC Heidenheim) und Alois Schwartz (SV Sandhausen) von noch andernorts gebundenen Fußball-Lehrern.

Der vielleicht heißeste Kandidat ist im Moment aber vertragslos: Markus Gisdol wird von „Bild“ als möglicher Kramny-Nachfolger gehandelt und hätte neben seiner sofortigen Verfügbarkeit auch den Vorteil, sich beim VfB auszukennen. Denn der 46-Jährige, der im Oktober bei der TSG 1899 Hoffenheim entlassen wurde, trainierte von 2005 bis 2007 die U17 des VfB.