1. FC Heidenheim: Der Liga-Zwei Teamcheck

Wo landet Heidenheim in der kommenden Saison?

Autor: Andreas Breitenberger Veröffentlicht: Sonntag, 23.07.17 | 07:42
Kevin Müller vom FC Heidenheim

Sind auch in der kommenden Saison ein unbequemer Gegner: Kevin Müller und der FCH. ©Imago/foto2press

Der 1. FC Heidenheim geht in seine vierte Zweitliga-Saison. Nach dem Aufstieg im Jahr 2014 konnte sich der Verein kontinuierlich in der Liga etablieren, in der vergangenen Spielzeit folgte mit Platz sechs die beste Platzierung in der Vereinsgeschichte.

Im kommenden Jahr möchten Heidenheimer diese Entwicklung fortsetzen und wieder in der oberen Tabellenhälfte mitspielen. Ob das gelingt, zeigen wir Euch mit dem Teamcheck. Abschließend geben wir eine Prognose anhand festgelegter Kategorien ab.

Der Kader

Das nennt man einen Vertrauensbeweis: Keinen einzigen Spieler gab der FCH im Sommer ab, einzig die Leihspieler Hauke Wahl, Tim Kleindienst und Leon Jankowski kehrten zu ihren Vereinen zurück.

Allerdings werden die sieben Treffer und drei Vorlagen, die Tim Kleindienst zur Heidenheimer Saison beitrug, fehlen. Daher wurde der FCH auf dem Transfermarkt aktiv und verpflichtete gleich fünf neue Offensivkräfte. Alle haben eins gemeinsam: Sie sind im Angriff flexibel einsetzbar.

Außerdem kaufte Heidenheim mit System, kein Neuzugang ist älter als 24 Jahre alt. Das passt zu der Philosophie des Vereins, vor allem junge, entwicklungsfähige Spieler zu verpflichten.

Die Neuzugänge treffen auf arrivierte Kräfte wie Sebastian Griesbeck und natürlich Kapitän Marc Schnatterer, die beim FCH auf dem Platz die Richtung vorgeben.

Die aktuelle Form

In den ersten fünf Testspielen erzielte Heidenheim satte 81 Tore, natürlich waren die Gegner allesamt unterklassig. Trainer Frank Schmitt stieß aufgrund einer Thrombose in der rechten Wade, die einen Krankenhausaufenthalt nötig machte, erst später zur Mannschaft. Er sah eine Niederlage sowie ein Unentschieden gegen die tschechischen Erstligisten Jihlava und Liberec. Gegen Liberec dominierte Heidenheim die Partie und bekam erst kurz vor Schluss durch einen individuellen Fehler in der Defensive den Ausgleich. 

Stärken & Schwächen

Bis auf Kleindienst muss der FCH keinen Leistungsträger ersetzen. Das versucht Heidenheim mit einer ganzen Reihe von talentierten Kickern, die den Konkurrenzkampf in der Offensive anheizen werden.

In der vergangenen Saison war die Stammelf klar, dahinter hatte Heidenheim nicht die nötige Breite für eine stabile Saison. Das machte sich in der Rückrunde bemerkbar, als die nötigen Alternativen von der Bank fehlten. Dieses Problem scheint in der Offensive gelöst zu sein, Frank Schmidt muss die Neuzugänge jedoch von Anfang an einbinden und ihnen Spielzeit gewähren.

In der Defensive wäre eine Verstärkung sinnvoll gewesen. Kevin Kraus und Timo Beermann verletzten sich in der vergangenen Saison schwer, gleichwertiger Ersatz stand nicht bereit. Mit dem Abgang von Hauke Wahl hat Frank Schmidt sogar noch eine Option weniger in der Defensive.

Heidenheim fehlte es zuletzt an Konstanz. An guten Tagen kann das Schmidt-Team die „Großen“ ärgern, was die Siege im vergangenen Jahr gegen Stuttgart und Union Berlin bewiesen. Genauso gab es allerdings Niederlagen gegen die Abstiegskandidaten Aue und Würzburg.

Frank Schmidt, Trainer vom FC Heidenheim

Frank Schmidt ist Taktiker und Motivator zugleich. ©Imago

Der Trainer

Frank Schmidt feiert bald zehnjähriges Jubiläum in Heidenheim. Damit ist er der dienstälteste Trainer der zweiten Liga. Von der Oberliga führte er den FCH in die zweite Bundesliga und ist damit im Verein unumstritten. Schmidt ist ein Vertreter der neuen Trainergeneration, gilt als leidenschaftlicher Taktiker. So hart er manchmal mit seiner Mannschaft ins Gericht geht, so emotional verteidigt er sie auch, wenn es mal nicht so läuft – eine Eigenschaft die ihn bei der Mannschaft beliebt macht.

Die mögliche Startelf

In der Vorbereitung kristallisierte sich heraus, dass Schmidt den FCH im 4-1-4-1 System spielen lassen will. Dieses System hatte er bereits letzte Saison einige Male probiert, allerdings mit mäßigem Erfolg. Nun hatte Heidenheim Zeit, das System einzustudieren, dementsprechend besser soll es laufen.

In der Defensive wird sich nicht viel verändern. Interessant ist, dass Neuzugang Marnon Busch zuletzt als Linksverteidiger getestet wurde. Statt auf seiner angestammten Position auf der rechten Seite könnte er also als Alternative zu Arne Feick eingeplant werden.

Vor der Abwehr soll Sebastian Griesbeck aufräumen, im offensiven Mittelfeld ist derzeit nur Marc Schnatterer gesetzt. Den Angriff besetzt John Verhoek, mit Robert Glatzel steht allerdings eine talentierte Alternative bereit. Denis Thomalla unterzog sich bekanntlich einer Hüft-Operation und wird noch ca. drei Moante ausfallen. Die mögliche Aufstellung:
Müller – Strauß, Wittek, Kraus, Feick – Griesbeck – Skarke, Titsch-Rivero, Pusch, Schnatterer – Verhoek

Fazit

Heidenheim ist eingespielt und hat sich in der Offensive gut verstärkt. Dies kann allerdings von der Defensive nicht behauptet werden, hier muss Heidenheim darauf hoffen, dass nicht wie in der letzten Saison mehrere Spieler gleichzeitig ausfallen. Im Rahmen seiner Möglichkeiten hat der FCH allerdings im Sommer an den richtigen Stellschrauben gedreht. Die Mannschaft ist gefestigt und steht vor einer ruhigen Saison im Tabellenmittelfeld.

Prognose (anhand festgelegter Kategorien): Sorgenfreie Saison

Wo landet der 1. FC Heidenheim in der Saison 2017/18? Jetzt wetten!