Arminia Bielefeld: Was wurde aus den Abgängen 2019?

Julian Börner, Max Christiansen & Co.

Julian Börner im Trikot von Arminia Bielefeld

Den Abgang von Julian Börner konnte Arminia noch gut auffangen. ©imago images/Eibner

Fünf Jahre lang war Julian Börner aus dem Abwehrzentrum der Arminia nicht wegzudenken. Der robuste Innenverteidiger ging keinem Zweikampf aus dem Weg, war die Inkarnation eines Führungsspielers.

Mit 28 Jahren aber ergriff der Defensivspezialist die Gelegenheit, auf dem Höhepunkt der Karriere nochmal ein ganz neues Kapitel aufzuschlagen. Und welche Liga würde sich für Mentalitätsmonster Börner besser eignen, als die zweithöchste Spielklasse Englands.

Die erste Trophäe

Dass sich Börner dort bei Sheffield Wednesday gleich zum Stammspieler aufschwang, verwundert kaum. Hart geht es in der Championship zu, erklärt der gebürtige Weimarer gegenüber Liga-Zwei.de. „Sehr physisch, viel Kampf und viele Fights, die in Deutschland sofort abgepfiffen werden. Das Geburtsland des Fußballs eben, die englische Härte, von der man gerne spricht, das trifft wirklich zu 100 Prozent zu.“ 

Seine Spielweise passt einfach zum englischen Fußball, das hilft auch beim Eingewöhnen. „Ich haue mich rein und probiere, mein Ding zu machen, dementsprechend komme ich ganz gut an im Verein, der Mannschaft und bei den Fans.“, erzählt der 145-fache Zweitliga-Spieler.

Auch ein Tor erzielte er bereits für den neuen Verein, durchaus eine Spezialität des Abwehrrecken, der im Schnitt drei bis vier Saisontore sammelt. Sein Treffer beim 1:1 gegen Cardiff brachte ihm sogar die „Man of the Match“-Trophäe ein, eine Seltenheit für Verteidiger.

Daumendrücken für den Aufstieg

Dank Play-Offs ist für Sheffield der Aufstieg trotz des aktuellen achten Platzes in der Tabelle übrigens noch ein realistisches Ziel, ganz wie bei der Arminia, der Börner immer noch die Daumen drückt. „Ich hoffe und wünsche der Arminia sehr, dass sie das Niveau halten kann. Den Lauf, den ‚Klosi‘ (Fabian Klos; Anm. d. red.) und ‚Vogi‘ (Andreas Voglsammer, Anm. d. Red.) haben, behalten sie hoffentlich auch bei.“, fiebert der alte Mannschaftskollege mit, nach Möglichkeit auch vor dem Bildschirm.

Nicht unverdient sieht er die Elf von Uwe Neuhaus an der Tabellenspitze. Attraktiv und erfolgreich ist der Fußball der Bielefelder in seinen Augen. Sollte es mit der Bundesliga klappen, wäre die Freude auch bei Julian Börner riesig. Schließlich will er nach der Zeit in England wieder dauerhaft nach Bielefeld ziehen, ist die Stadt dann Bundesligastandort, ist das sicher kein Nachteil.

Bis dahin hält er erst einmal aus der Ferne die Verbindung aufrecht, sei es zu Fabian Klos, Stephan Salger, oder Zeugwart sowie Physiotherapeuten, selbst zu Mitarbeitern im Merchandising und Ticketing. „Klar ist das im Fußball nicht typisch, aber wir versuchen, den Kontakt zu pflegen.“ 

Julian Börner von Sheffield Wednesday

Auch in der Championship ist Julian Börner Stammspieler in der Abwehr. ©Imago images/Action Plus

Die übrigen Abgänge:

Leandro Putaro
Der Flügelspieler war schon vergangene Saison an Braunschweig verliehen, spielt jetzt fest bei den „Löwen“. Mit bisher einem Tor in sechs Einsätzen trug er dazu bei, dass die Eintracht zur Spitzengruppe der 3. Liga zählt.

Nikolai Rehnen
Der Keeper war ebenfalls schon letzte Saison verliehen, ist jetzt bei Alemannia Aachen in der Regionalliga geparkt. Eine Meniskusverletzung hinderte ihn aber bislang am Spielen.

Can Hayri Özkan
Auch Can Hayri Özkan, das große Talent, von dem man in Bielefeld viel hält, ist bei Alemannia Aachen zur Leihe. er teilte zunächst das Verletzungs-Schicksal von Rehnen, kam aber in den letzten Wochen zu seinen ersten Einsätzen.

Prince Osei Owusu
Prince Osei Owusu gefiel es in der Rückrunde bei 1860 München gut, auch der Drittligist fand Gefallen am Stürmer. So einigte man sich auf ein neues Leihgeschäft. Ein Tor in sieben Spielen sprang bisher dabei heraus.

Joey Müller
Ein weiteres Talent, das für mehr Spielpraxis verliehen wurde. Beim Wuppertaler SV in der Regionalliga West ist der 19-Jährige Stammkraft im Defensiven Mittelfeld.

Roberto Massimo
Das Bielefelder Eigengewächs kam bisher für den VfB Stuttgart auf drei Einsätze, einen in der Startelf. Zudem lief er siebenmal in der Oberliga für die U23 auf.

Max Christiansen
Der Mittelfeldspieler sah wenig Chancen auf Einsatzzeit und ging in die 3. Liga zu Aufsteiger Waldhof Mannheim. Dort ist er eine wichtige Stütze, erzielte auch schon zwei Tore.

Cerruti Siya
Der 20-Jährige hatte alle Jugendteams der Arminia durchlaufen, kam aber bei den Profis nicht zum Zuge. Nun spielt der Mittelfeldmann in Luxemburg bei Erstligist Differdingen, wo er regelmäßig zum Einsatz kommt.

Semir Ucar
Ucar erging es ähnlich wie Siya, er suchte auch seine Chance im Ausland. Bei Adanaspor in der 2. Liga der Türkei kam er bisher zu einer Einwechslung.

Baboucarr Gaye
Besonders unglücklich erging es dem Torwart aus dem Bielefelder Nachwuchs. Es dauerte eine ganze Weile, eher der 21-Jährige nach einigen Probetrainings einen Verein fand. Es wurde die SG Wattenscheid 09. Er erabeitete sich einen Stammplatz, dann kam die Insolvenz und die Einstellung des Spielbetriebs. Im Winter heißt es jetzt wieder Vereinssuche.

Sören Brandy
Für den von Verletzungen geplagten Stürmer kam im Sommer das Karriereende.

Christopher Nöthe
Nach schweren Verletzungen machte Nöthe in den letzten beiden Jahren nur ein einziges Spiel. So fand der Mittelfeldspieler mit 31 Jahren keinen neuen Arbeitgeber mehr.

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