Arminia Bielefeld: Zwischenbilanz der Neuzugänge 2018

Nationalspieler der Färöer ist ein Volltreffer

Bisher verpasste Joan Edmundsson keine Minute für Bielefeld in der 2. Liga.

Schlug auf Anhieb in Bielefeld ein: Joan Edmundsson (r.). ©Imago / Dünhölter SportPresseFoto

Zwölf Mal schlug Arminia Bielefeld im Sommer auf dem Transfermarkt zu und holte Spieler für alle Mannschaftsteile. Doch welche Neuzugänge sind bisher die erhoffte Verstärkung und wer hat nach rund einem Drittel der Saison noch Luft nach oben?

Wir haben alle Spieler unter die Lupe genommen. Außerdem stand uns Lars Olsen Rede und Antwort. Der Nationaltrainer der Färöer sprach mit uns über Joan Edmundsson, den er seit fast sieben Jahren in der Nationalmannschaft betreut.

Lars Olsen, wenn jemand noch nie Joan Edmundsson hat spielen sehen: Wie würden Sie ihn beschreiben?
Lars Olsen: „Das ist schwer, denn sein Spiel hat sich ein klein wenig verändert. Momentan ist er fantastisch, nicht nur in der 2. Bundesliga, sondern auch für die Nationalmannschaft der Färöer. Er ist ein technisch versierter Spieler mit einem guten linken Fuß, er ist schnell und auch körperlich stark. Er hat alle Eigenschaften, um ein Top-Spieler zu werden.“

Bisher hat er noch keine Minute für Bielefeld in der 2. Bundesliga verpasst, drei Tore geschossen und vier Vorlagen gegeben. Sind Sie von seinem exzellenten Start überrascht?
Olsen: „Er hat ja in Dänemark bereits regelmäßig gespielt. Trotzdem überrascht es mich ein wenig, dass er nach dem Sprung von der dänischen Superligaen in die 2. Bundesliga so gute Leistungen zeigt.“

Ich weiß nicht, warum er in Bielefeld auf der rechten Seite spielt (über seine Position bei Arminia)

Normalerweise braucht ein Spieler nach einem Wechsel in ein neues Land eine gewisse Zeit, um sich anzupassen. Bei Joan Edmundsson scheint das nicht der Fall zu sein. Haben Sie dafür eine Erklärung?
Olsen: „Erklären kann ich das nicht, nein. Wenn ich raten müsste, würde ich sagen, dass er in Dänemark auf eine Chance gewartet und diese in Deutschland gefunden hat. Er wollte unbedingt spielen, darum gibt er alles. Das ist aus meiner Sicht der Grund, warum es momentan so gut für ihn läuft. Normalerweise ist es schwer, in ein neues Land zu ziehen. Es freut mich aber sehr für ihn.“

In Bielefeld spielt er meistens als Rechtsaußen. Sie setzen ihn in der Nationalmannschaft als Mittelstürmer ein. Warum?
Olsen: „Ich weiß nicht, warum er in Bielefeld auf der rechen Seite spielt. Für mich ist er ein Mittelstürmer. Er ist unser bester Stürmer, wenn es darum geht, den Ball vorne zu halten und den anderen Spielern Zeit zum Nachrücken zu verschaffen. Manchmal stelle ich ihn aber auch als Spielmacher oder auf den Flügeln auf.“

Er muss mehr Tore schießen. (über sein Potential)

Wie profitiert die Nationalmannschaft der Färöer von den Erfahrungen, die er in Bielefeld macht?
Olsen: „Er ist einer der wichtigsten Spieler für die Nationalmannschaft, weil er diese Erfahrung aus dem Ausland mitbringt. Viele unserer Nationalspieler sind auch auf den Färöer-Inseln aktiv, die Liga ist aber nicht so stark. Wir wollen also, dass unsere Spieler ins Ausland gehen. Natürlich ist es ein großer Schritt für einen Färöer, in die 2. Bundesliga zu gehen, aber er macht einen guten Job.“

Welches Potential sehen Sie in ihm für die Zukunft?
Olsen: „Er kann eine Menge erreichen. Aber egal, ob er als Mittel- oder Flügelstürmer spielt, er muss mehr Tore erzielen. Egal ob in Bielefeld oder für die Nationalmannschaft, er braucht noch zu viele Chancen. Wenn er sich da verbessert, kann er auch in der 1. Bundesliga spielen. Da bin ich mir sicher.“

Unsere Bewertungen der Arminia-Neuzugänge

Volltreffer:
Joan Edmundsson – Der Rechtsaußen verpasste bisher keine einzige Minute und ist mit sieben Scorerpunkten aus zehn Spielen Dreh- und Angelpunkt in der Offensive. Vier gelbe Karten belegen, dass sich der Färöer für keinen Zweikampf zu schade ist und in der kampfbetonten 2. Liga angekommen ist.

Kaiserslautern stieg ab, Nils Seufert blieb mit seinem Wechsel zu Bielefeld in der 2. Liga.

Erkämpfte sich nach seinem Wechsel sofort einen Stammplatz: Nils Seufert. ©Imago/DeFodi

Guter Griff:
Nils Seufert – Nach dem Abstieg des 1. FC Kaiserslautern schlug Bielefeld beim 20-Jährigen zu. Der zentrale Mittelfeldspieler stand an zehn Spieltagen in der Startelf und deutete sein Potential an. In der Vorwärtsbewegung und bei Schüssen aus der zweiten Reihe hat der gebürtige Mannheimer aber noch Luft nach oben.

Cédric Brunner – Den Schweizer verpflichtete Bielefeld aus Zürich. Bisher verpasste er lediglich zwei Spiele auf Grund einer Verletzung, war sonst auf der Position des Rechtsverteidigers gesetzt und hielt Edmundsson den Rücken frei.

Ausbaufähig:
Anderson Lucoqui – Der achtfache deutsche U20-Nationalspieler kam aus Düsseldorf, ist bisher aber nur Ergänzungsspieler. An den ersten drei Spieltagen nicht im Kader, warf Jeff Saibene den 21-Jährigen ins kalte Wasser und stellte ihn zwei Mal in die Startelf. Zuletzt musste er jedoch auf der Bank Platz nehmen.

Max Christiansen – Der Neuzugang aus Ingolstadt konnte bei der Arminia noch nicht richtig Fuß fassen. Erst vier Einsätze kann er vorweisen, davon einen über die volle Distanz. Auf der Doppel-Sechs kommt er aktuell nicht am Duo Nils Seufert und Manuel Prietl vorbei.

Jonathan Clauss – Auf rechts sowohl offensiv wie defensiv einsetzbar, hat der Franzose dort Joan Edmundsson und Cédric Brunner vor sich. Der Neuzugang aus der 3. französischen Liga bekommt zwar regelmäßig Einsatzminuten, konnte sich aber noch nicht auf einer Position festspielen.

Sven Schipplock – Erwischte mit zwei Toren und einer Vorlage im DFB-Pokal den Start, von dem jeder Stürmer träumt. In der Liga herrscht jedoch noch Ebbe auf seinem Torekonto. Knieprobleme kosteten ihn sieben Spiele und den Rhythmus, er ist nur Joker und muss sich bei nach Einwechslungen für mehr empfehlen.

Prince Osei Owusu  – Der 21-Jährige kam aus der Regionalliga von der zweiten Mannschaft der TSG Hoffenheim. Wurde in sechs seiner sieben Einsätze eingewechselt, konnte aber noch keine offensive Durchschlagskraft entwickeln und wartet noch auf sein erstes Tor.

Roberto Massimo – Im Sommer verpflichtete der VfB Stuttgart das Bielefelder Eigengewächs und verlieh es umgehend für zwei Jahre zurück. Nach lediglich einem Kurzeinsatz gegen Darmstadt, bei dem ihm gleich ein Treffer gelang, überzeugte er im Testspiel gegen Werder Bremen und spielte wenige Tage später gegen Aue durch.

Philipp Klewin – Für den am Knie verletzten Stefan Ortega rückte der 25-jährige Neuzugang aus Erfurt gegen Aue erstmals ins Tor und wird dort auch die nächsten Wochen stehen. Bei seinem Debüt zeigte er Nerven, war beim einzigen Gegentor aber machtlos.

Cerruti Siya – Der 18-Jährige unterschrieb vor der Saison seinen ersten Profivertrag und soll langsam an die 2. Bundesliga herangeführt werden. Bisher stand er noch nicht im Kader.

Semir Ucar – Der Mittelfeldspieler aus der eigenen Jugend schaffte im Sommer den Sprung von der zweiten Mannschaft zu den Profis. Auf einen Platz im Spieltagskader wartet er aber noch.

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